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Home » Drängte Springer-Chef Döpfner Kanzler Merz zur Zusammenarbeit mit der AfD?
Politik

Drängte Springer-Chef Döpfner Kanzler Merz zur Zusammenarbeit mit der AfD?

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 2, 2026
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Drängte Springer-Chef Döpfner Kanzler Merz zur Zusammenarbeit mit der AfD?

Springer-Verlag: „Glatte Lüge“

Das Kanzlergerücht, das Kreise zieht


01.07.2026 – 15:03 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, l.) mit Springer-Chef Mathias Döpfner: Das RND berichtet, Döpfner habe Merz zur Zusammenarbeit mit der AfD gedrängt. Ist die Redaktion falschen Erzählungen aufgesessen? (Quelle: IMAGO/Eventpress Kochan/imago)

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Das Redaktionsnetzwerk Deutschland bringt Springer-Chef Mathias Döpfner in Verlegenheit. Der Verlag dementiert, der Bericht enthält Ungereimtheiten und könnte sich als Ente herausstellen.

Es gibt Gerüchte, die sich im politischen Berlin hartnäckig halten. Eines davon kursiert seit Ende 2025 und geht wie folgt: Der mächtige Chef des Springer-Verlags (Axel Springer SE), Mathias Döpfner, habe Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Regierungssitz besucht. Dort habe er ihn zur Zusammenarbeit mit der AfD gedrängt, also zum Einreißen der „Brandmauer“. Merz habe ihn daraufhin auflaufen lassen und das Gespräch beendet. Dann habe der Kanzler den Raum verlassen und Döpfner habe ihm hinterhergerufen: „Das werden Sie noch bereuen.“

In politischen Kreisen der Hauptstadt fiel das Gerücht auf fruchtbaren Boden. Nur zu gut schien es zur redaktionellen Ausrichtung beispielsweise der „Welt“ des damaligen Herausgebers Ulf Poschardt zu passen, die zu Döpfners Medienimperium zählt. Und zu einem Satz von Merz, den er am 9. März im Nachgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg bei einer Pressekonferenz im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Zentrale, äußerte: „Ich werde, auch wenn ich mittlerweile sogar aus einzelnen Verlagshäusern dazu aufgefordert werde, eine andere Mehrheit im Deutschen Bundestag nicht suchen. Ich werde es nicht tun.“

Dinge, die nicht zum Gerücht passten

Nicht ganz so gut passte das Gerücht hingegen unter anderem zu einem Meinungsbeitrag Döpfners vom 28. November 2025 in der „Welt“, in dem er formulierte, „dass diese AfD niemals Regierungsverantwortung in Deutschland übernehmen darf“. Kurz nach der Veröffentlichung dieses Beitrags erfuhr t-online von dem angeblichen Merz-Döpfner-Termin. Damals datierten ihn diejenigen, die die Erzählung weitertrugen, auf Herbst 2025. Seitdem sei der Springer-Konzern dem Kanzler nicht mehr so gewogen.

t-online fragte damals also das Bundeskanzleramt nach gemeinsamen Terminen im zweiten Halbjahr 2025. Eine Regierungssprecherin sagte, Merz habe in diesem Zeitraum nur einen Termin mit Döpfner gehabt: am 21. Juli 2025 zur Vorstellung der Initiative „Made for Germany“. Auf Nachfrage, ob es nicht auch ein Vieraugengespräch oder ein Treffen im kleinen Kreis gegeben habe, sagte die Sprecherin: „Unsere Antwort ist vollständig, wir haben keinen Termin hinzuzufügen.“

RND datiert Gespräch auf Anfang 2026

Nun erhält das Gerücht allerdings wieder neuen Aufwind: Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) machte es am Dienstag in seinem neuen Podcast „Wenn Sie wüssten…“ öffentlich und berief sich dabei auf „mehrere vertrauenswürdige, gut informierte Personen“ und auf „Indizien“. Wesentliche Unterschiede: Nach der Version des RND soll das Gespräch Anfang 2026 stattgefunden haben – und nicht Merz, sondern Döpfner, habe den Raum verlassen, während er rief: „Das werden Sie noch bereuen.“

Auch das RND führte dabei als stützendes Indiz das Merz-Zitat im Nachgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg an; außerdem, dass die Bundesregierung den angeblichen Termin nicht dementiert habe. Die Redaktion zitierte eine Sprecherin wie folgt: „Wie Sie wissen, geben wir über nicht-öffentliche Termine des Bundeskanzlers grundsätzlich keine Auskunft, unabhängig davon, ob sie stattgefunden haben oder nicht.“ Der Springer-Verlag habe ebenfalls wissen lassen, sich zu Terminen von Döpfner nie zu äußern, heißt es im RND-Podcast. Es sei „totaler Unsinn“, dass Döpfner eine Zusammenarbeit zwischen Union und AfD wolle, geben die Journalisten die Reaktion des Springer-Verlags wieder.

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