Doppelmord von Berngau

Erste Hinweise auf das Motiv von Andreas G.


Aktualisiert am 14.10.2026 – 17:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Spezialkräfte der Polizei am Tatort: Der Verdächtige ist immer noch im Krankenhaus. (Quelle: Tizian Gerbing/dpa)

In der Oberpfalz eskaliert eine Waffenkontrolle. Zwei Behördenmitarbeiter sterben. Jetzt ergeben sich erste Anhaltspunkte für ein Motiv.

Gut eine Woche nach den tödlichen Schüssen in Berngau deuten Aussagen auf einen möglichen Hintergrund der Tat hin. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, soll ein Bekannter über den mutmaßlichen Todesschützen Andreas G. erklärt haben: „Er hat vielen Leuten gedroht, sie abzuknallen, weil er sich von ihnen ungerecht behandelt fühlte.“

Eine ehemalige Nachbarin habe zudem gesagt, der Tattag sei der Geburtstag des toten Vaters von G. gewesen. Der mutmaßliche Doppelmörder könnte demnach generell von Rachegelüsten getrieben und am vergangenen Donnerstag besonders dünnhäutig gewesen sein.

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Die zuständige Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wollte dies auf Anfrage von t-online allerdings zunächst nicht bestätigen. Es gebe bislang „keine belastbaren Erkenntnisse“ zu einem möglichen Motiv, sagte Oberstaatsanwältin Heike Klotzbücher am Mittwoch. Der mutmaßliche Täter sei „aufgrund seines Gesundheitszustandes nach wie vor nicht vernehmungsfähig“. Der Schwerverletzte werde weiter im Krankenhaus behandelt.

Andreas G.: Ex-Polizist, Sportschütze – aber kein Jäger

Am vergangenen Donnerstag wollten sich nach bisherigen Erkenntnissen zwei Kontrolleure in Berngau in der Oberpfalz die Waffen des 60-Jährigen zeigen lassen. Dabei soll der Mann auf beide Behördenmitarbeiter jeweils mehrfach geschossen haben. Die zwei Kontrolleure, eine 54 Jahre alte Frau und ihr 45 Jahre alter Kollege, starben noch vor Ort.

Der Waffenbesitzer verschanzte sich danach stundenlang in seinem Haus. In der Nacht zum Freitag stürmte ein Spezialeinsatzkommando das Gebäude und nahm den Mann fest. Wie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags in München sagte, wurden dabei Sprengmittel sowie eine Schusswaffe eingesetzt.

Nach der Tat sperrte die Polizei das Wohnhaus des mutmaßlichen Täters für die Ermittlungen ab (Archivbild): Der Waffenbesitzer hatte sich stundenlang darin verschanzt. (Quelle: Daniel Löb/dpa)

Laut Herrmann ist der Verdächtige ein Sportschütze und hatte daher als Mitglied eines Schützenvereins legal Waffen im Haus. Erste Angaben, wonach der Mann zudem auch Jäger gewesen sei, seien aber nicht richtig.

Bereits zuvor war bekannt geworden, dass G. in den 80er-Jahren eine Polizeiausbildung begonnen hatte. Er sei von März 1988 an in Bayern Polizeibeamter in Ausbildung gewesen, hieß es. Laut bayerischem Innenministerium schied er jedoch im Februar 1991 noch vor Ausbildungsende auf eigenen Antrag aus dem Polizeidienst aus.

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Auf den Mann waren zehn Schusswaffen registriert, eine davon soll aber mittlerweile an einen Händler abgegeben worden sein, sagte Herrmann am Mittwoch. Die anderen neun Waffen seien bei der Durchsuchung entdeckt worden. Illegale Waffen seien in der Wohnung nicht gefunden worden.

Mitarbeiter der Polizei am Haus des Verdächtigen: Anders als bisher vom bayerischen Innenministerium verbreitet, soll der Mann doch kein Jäger gewesen sein. (Quelle: Daniel Löb/dpa)
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