Fast 5.000 Jahre alt
Taucher machen Sensationsfund im Mittelmeer
15.10.2026 – 12:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Wissenschaftler bergen vor der türkischen Insel Kekova einen Schatz – in nur 30 Metern Tiefe. Der Fund stammt aus derselben Periode wie die Pyramiden von Gizeh.
Inhaltsverzeichnis
- Türkei: Schiff transportierte möglicherweise Wein oder Olivenöl
Archäologen haben vor der Mittelmeerküste der türkischen Provinz Antalya Spuren des ältesten Schiffswracks der Welt entdeckt. Wie der türkische Kultusminister Mehmet Nuri Ersoy am Mittwoch auf der Plattform X mitteilte, seien bei Unterwasserausgrabungen vor der Insel Kekova Amphoren geborgen worden, die bis zu 4.700 Jahre alt sind. Die Gefäße gäben Aufschluss über die weit zurückreichende Geschichte des Seehandels entlang der anatolischen Küste.
Wie die BBC berichtet, haben die Wissenschaftler das Alter des Schiffs auf 4.400 bis 4.700 Jahre datiert. Das entspricht der frühen Bronzezeit und damit etwa der Periode, in der die drei großen Pyramiden von Gizeh erbaut wurden. Die Archäologen schätzen, dass das Schiff rund zehn Meter lang war und einst als Handelsschiff Waren über das Mittelmeer beförderte.
- Sizilien: Fischer entdecken Tausende Jahre altes Schiffswrack
Von der Holzkonstruktion des Schiffes ist nichts mehr übrig. Neben drei großen Ankern aus Stein blieben jedoch mehr als 30 Keramikgefäße, die es einst transportierte, erhalten. Die Taucher fanden sie auf dem Meeresboden in rund 30 Metern Tiefe.
„Das Schiffswrack ist eine Zeitkapsel auf dem Meeresgrund“, sagte Prof. Hakan Öniz von der Akdeniz-Universität in der Türkei, der die Expedition der Mediterranean Archaeology Association leitete, der BBC.
Türkei: Schiff transportierte möglicherweise Wein oder Olivenöl
Einige der Amphoren, die zur Konservierung an Land gebracht wurden, enthalten noch Hinweise auf ihren ursprünglichen Inhalt. Die australische Archäologin Karin Sowada fand in einigen der Gefäße zähflüssige, glänzende Rückstände vor. „Es könnte Olivenöl sein, es könnte Wein sein, es könnten Baumharze sein“, sagte die Wissenschaftlerin der BBC.
Dass es keine Holzrückstände gibt, stellte die Wissenschaftler bei der Bestimmung des Alters des Wracks vor Herausforderungen. Denn so musste es auf die bewährte Methode der Radiokarbondatierung verzichten, bei der eine bestimmte Form von Kohlenstoff in organischen Materialen gemessen wird. Stattdessen analysierten die Forscher die Form der Amphoren und verglichen sie mit früheren Funden.
Die Wissenschaftler vermuten, dass das Schiff an der östlichen Mittelmeerküste startete. Das Ziel sei demnach entweder die antike Stadt Troja, im heutigen Nord-Westen der Türkei oder Kreta gewesen.
