So teuer wie seit 2024 nicht mehr
Warum sind die Preise für Benzin und Diesel so gestiegen?
25.02.2026 – 13:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Sprit ist so teuer wie seit 2024 nicht mehr – und laut einer Studie sind die Preise höher, als Ölpreis und CO2-Abgabe es rechtfertigen.
Die Preise für Benzin und Diesel erreichen ein immer höheres Niveau. Demnach kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,776 Euro – 1,8 Cent mehr als in der Vorwoche. Diesel verteuerte sich noch stärker um 2,9 Cent auf 1,74 Euro je Liter.
Benzin war zuletzt im Juli 2024 so teuer, Diesel im April 2024. Damals lag der Rohölpreis allerdings deutlich über 80 US-Dollar je Barrel, zudem war der Euro schwächer als derzeit.
Auslöser der jüngsten Preisbewegung ist nach Einschätzung des ADAC die Entwicklung am Ölmarkt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg binnen einer Woche um rund vier US-Dollar auf knapp 71 US-Dollar. Damit notiert Brent nahe einem Mehrmonatshoch. Hintergrund sind Sorgen vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten. Von besonderer Bedeutung für den Ölmarkt ist die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Rohöl weltweit. Bislang wurden Lieferungen aus der Region nicht unterbrochen, auch die iranischen Exporte bleiben auf hohem Niveau. Bei einer militärischen Zuspitzung könnte sich das jedoch ändern.
Unabhängig von der aktuellen Ölpreisentwicklung gibt es jedoch Zweifel, ob der Anstieg an den Zapfsäulen allein damit zu erklären ist. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) unter Berufung auf eine Studie des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung berichtet, liegen die Spritpreise derzeit um mehrere Cent über dem rechnerisch erklärbaren Niveau.
Zum Jahreswechsel wurde der CO2-Preis in ein neues System überführt, der Staat hebt den Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid an. Im Jahr 2025 kostete eine Tonne CO2 noch 55 Euro. Nun wird der Preis nicht mehr starr festgelegt, sondern versteigert. Er darf sich jedoch nur zwischen 55 und 65 Euro bewegen. Offiziell beginnen diese Auktionen am 1. Juli.
Nach Berechnungen des Energieökonomen Manuel Frondel rechtfertigt der höhere CO2-Preis jedoch nur einen vergleichsweise geringen Aufschlag: maximal 2,8 Cent pro Liter Benzin und 3,2 Cent pro Liter Diesel – jeweils inklusive Mehrwertsteuer, wie er der „FAZ“ sagte.
Tatsächlich fiel der Preisanstieg im Januar deutlich stärker aus. Laut RWI verteuerten sich die Kraftstoffe um rund neun bis zehn Cent je Liter. Selbst wenn man Ölpreis und Wechselkurs einbezieht, bleiben nach Berechnungen der Forscher 6,5 Cent bei Super E10 und 7,4 Cent bei Diesel, die sich nicht durch CO2-Preis und Marktumfeld erklären lassen.
Hinzu kommt: Obwohl die Versteigerungen erst im Juli starten, könnten Anbieter bereits jetzt mit höheren CO2-Kosten kalkulieren. „Die Frage, welcher CO2-Preis aktuell tatsächlich eingepreist wird, ist völlig unklar“, sagte Frondel der „FAZ“. Der ADAC verwies in der Zeitung darauf, dass Unternehmen sich am oberen Ende des Preiskorridors orientieren könnten – also an 65 Euro pro Tonne.









