Mutter und Bruder unter den Toten
Transfrau verübte Amoklauf in Kanada
Aktualisiert am 12.02.2026 – 07:51 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine Gewalttat an einer Schule in der kanadischen Provinz British Columbia erschüttert eine sonst ruhige Gemeinde. Zur Tatverdächtigen werden mehr Details bekannt.
Nach dem tödlichen Angriff am Dienstag (Ortszeit) in einer Schule im Westen Kanadas richtet sich der Blick der Ermittler vor allem auf das Motiv der 18 Jahre alten Tatverdächtigen – und die Herkunft der verwendeten Schusswaffen. Man befinde sich noch am Anfang der Ermittlungen, sagte ein Polizeibeamter der westlichen Provinz British Columbia vor Journalisten.
Kanadischen Medienberichten zufolge wurde die mutmaßliche Täterin vor 18 Jahren als Junge geboren. Sie begann jedoch vor sechs Jahren mit der Transition zur Frau.
Im Fokus der Ermittlungen stehen außerdem ihre Familienverhältnisse. Kanadas staatliche Rundfunkanstalt CBC zitiert aus einer Familienrechtsakte des Obersten Gerichtshofs von British Columbia aus dem Jahr 2015. Demnach reiste die Mutter der Tatverdächtigen damals mit ihren Kindern durchs Land. „Diese Kinder haben, wie mir berichtet wurde, ein fast nomadisches Leben geführt, mit mehreren Umzügen in den letzten fünf Jahren zwischen Neufundland, Grand Cache und Powell River“, schrieb ein Richter in einem Urteil zu dem Fall. In diesem wies er die Mutter an, ihren Kindern telefonischen Kontakt zu ihrem Vater zu ermöglichen.
Spätestens 2021 entwickelte die Tatverdächtige offenbar ein Interesse an Waffen. In einem Facebook-Beitrag wies ihre Mutter laut CBC darauf hin: Ihr Kind veröffentliche auf YouTube Videos über „Jagen, Selbstversorgung, Waffen und andere Dinge“, die die Jugendliche gerne mache. Zu diesem Zeitpunkt bezeichnete die Mutter ihr Kind noch als Sohn.
Die Polizei war am Dienstag (Ortszeit) zu einer weiterführenden Schule in dem Ort Tumbler Ridge in der Provinz British Columbia gerufen worden. Die mutmaßliche Schützin tötete laut Polizeiangaben sechs Menschen in der Schule und später sich selbst.
Zwei weitere Tote wurden in einem Wohnhaus gefunden. Dabei handelt es sich der Polizei zufolge um die Mutter und den Stiefbruder der Tatverdächtigen. Die Polizei hatte zunächst von insgesamt zehn Toten gesprochen, korrigierte die Angabe aber später auf neun.
Anfangs hatten die Beamten mitgeteilt, eine verletzt ins Krankenhaus eingelieferte Person sei gestorben. Das revidierte die Polizei mittlerweile. Der Zustand zweier Verletzter, eines 12-jährigen Mädchens und einer 19-jährigen Frau, sei weiter ernst.
Die Verdächtige verwendete laut Behördenangaben mehrere Schusswaffen. Wie sie an die Tatwaffen gelangt sein könnte, sei bisher aber unklar. Einem Ermittler zufolge waren keine Waffen auf sie registriert. Der Beamte gab auch bekannt, dass Einsatzkräfte in den vergangenen Jahren mehrfach an der Wohnadresse der Verdächtigen im Einsatz gewesen seien. Dabei seien auch Waffen sichergestellt worden. Er sprach auch von „psychischen Gesundheitsproblemen“ der mutmaßlichen Täterin, ohne weitere Details zu nennen.
Die 18-Jährige soll zunächst ihre Familienangehörigen getötet und sich dann auf den Weg zur Schule gemacht haben. Die Polizei habe die Toten unter anderem im Treppenhaus und in der Bibliothek der Schule gefunden.











