„Pferdeflüsterer“ Monty Roberts (✝)
Die Queen war skeptisch – und schickte einen Spion
Aktualisiert am 04.08.2026 – 03:11 UhrLesedauer: 4 Min.
Er galt als „Pferdeflüsterer“: Der Tiertrainer Monty Roberts ist tot. Seine lange Karriere ist untrennbar mit einem Erfolg in Deutschland verknüpft.
Monty Roberts revolutionierte das Pferdewesen. Er galt als der Mann, der Pferde besser verstand als jeder andere. Auch soll er als Vorbild für den Film „Der Pferdeflüsterer“ mit Hollywoodstar Robert Redford in der Hauptrolle gedient haben. Nun ist Monty Roberts mit 91 Jahren verstorben.
Nach Angaben seiner engsten Familie verstarb er bereits am Freitag auf seiner Farm in Solvang, Kalifornien. Seine Frau Patricia war bis zuletzt an seiner Seite. Am Montag meldete sich seine Tochter mit bewegenden Worten: „Für die Welt war er als der Mann bekannt, der den Pferden zuhört. Für mich war er einfach nur Papa, ein Mann von außergewöhnlicher Güte, unerschütterlicher Integrität und dem festen Glauben, dass Vertrauen das erreichen kann, was Gewalt niemals vermag“, schrieb Debbie Roberts Loucks in einem Posting bei Instagram.

Geboren wurde Roberts im Jahr 1935 im kalifornischen Salinas als Sohn eines Pferdetrainers. Mit drei lernte er Reiten, mit vier bestritt er seine ersten Rodeo-Turniere. Pferde waren von Beginn an ein wichtiger Teil seines Lebens.
Die Queen verhalf ihm zum Durchbruch
Zu seinem Vater hatte er allerdings ein schwieriges Verhältnis. Der Senior soll gewalttätig gewesen sein, gegenüber seinem Sohn, aber auch gegenüber den sensiblen Tieren. Das prägte sich bei Roberts ein, früh stellte er die damals üblichen Trainingsmethoden infrage. Er wollte beweisen, dass man das Vertrauen der Tiere auch gewinnen kann, ohne Zwang oder Gewalt auszuüben.
Seine Methoden, die er dafür entwickelte, gelten heute als bahnbrechend. Sie veränderten das Verständnis von Millionen Pferdesportlern und prägen die moderne Reitkunst bis heute.

Wurde Roberts für seine Methoden zunächst jedoch belächelt und von anderen Reittrainern sogar verspottet, änderte sich dies spätestens seit seinem ersten Besuch bei der englischen Königin.
Mitte der Achtzigerjahre interessierte sich auch Queen Elizabeth II. für seine Methoden. Sie schickte ihren ehemaligen königlichen Rittmeister, Sir John Bowles, zu Roberts Farm nach Kalifornien. Bowles sollte herausfinden, ob die Geschichten von Roberts sagenhaften Fähigkeiten stimmten oder ob es sich um Scharlatanerie handelte. Offenbar stellte sich Bowles bei seinen Bemühungen, incognito zu bleiben nicht sonderlich geschickt an, denn Roberts erhielt bald darauf einen Anruf seines Nachbarn, der ihm erzählte, dass ein Repräsentant der Königin in der Gegend herumspionierte. Roberts hielt das zunächst für einen Scherz, wie er später erzählte. Doch er täuschte sich.









