Sebastian Krumbiegel ist mit den Prinzen auf Tour – und staunt, dass sogar Kinder die alten Songs mitsingen. Mit t-online spricht er über das Erfolgsgeheimnis der Band.
Die Prinzen zählen zu den erfolgreichsten deutschen Bands. Auf ihrer aktuellen „Symphonica“-Tour machen sie jetzt auch Station in NRW, gastieren am Sonntag (24. Mai) in der Philharmonie Essen und am Montag (25. Mai) in der Kölner Philharmonie. Im Interview mit t-online schwärmt Frontmann Sebastian Krumbiegel von der „geilen Stimmung“, spricht darüber, warum die Gruppe seit fast 40 Jahren in allen Generationen so erfolgreich ist und erklärt, warum Charme, Humor und Respekt ihm gerade heutzutage auch in der Musik so wichtig sind.
Sebastian Krumbiegel
Der Sänger wurde am 5. Juni 1966 in Leipzig geboren. Zunächst studierte er Gesang an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Mit den Prinzen feierte er seit den frühen 1990er Jahren große Erfolge mit Liedern wie „Alles nur geklaut“ oder „Küssen verboten“. Neben seiner Arbeit als Musiker engagiert sich Krumbiegel gesellschaftlich und politisch, insbesondere gegen Rechtsextremismus und für demokratische Werte. Zudem ist er als Autor und Solokünstler tätig.
t-online: Sebastian Krumbiegel, die aktuelle Tour führt die Prinzen quer durch die Republik, in den nächsten Tagen auch nach Essen und nach Köln. Freuen Sie sich auf Ruhrgebiet und Rheinland? Und macht es eigentlich einen Unterschied, wo Sie auftreten?
Sebastian Krumbiegel: Auf jeden Fall freue ich mich hier auf richtige Feierstimmung. Was ich am Ruhrpott extrem mag, ist die Herzlichkeit der Menschen. Am Ende sind es immer die Leute vor Ort, die eine bestimmte Stimmung in die Konzerte bringen. Und im Rheinland, in Köln, aber auch im Ruhrgebiet ist immer Action. Es ist immer eine große Feierei von Anfang an. Die Leute gehen los, um sich zu amüsieren. Die warten nicht ab, die wollen von Anfang an Spaß haben. Und das finde ich geil.
Und diese Leute sind altersmäßig ganz gemischt.
Wir beobachten dieses Phänomen seit ein paar Jahren, dass alle Generationen in unseren Konzerten sind. Da sind wirklich Leute, die noch älter sind als wir. (lacht) Aber eben auch welche, die viel jünger sind, sogar die Sechs- bis Zwölfjährigen. Und dann die zwischen 20 und 30 Jahren, die nicht unbedingt mit unserer Musik groß geworden sind, aber zeigen, dass unsere Musik durch die Generationen Bestand hat. Das ist der Hammer. Das ist das Beste, was dir passieren kann. Und manchmal glaubt man gar nicht, was da bei den Kiddies abgeht.
Erzählen Sie uns ein bisschen davon?
Es ist schon geil, wenn du auf einmal auf den Schultern der Eltern kleine Kinder siehst, die die 30 Jahre alten Songs mitsingen. Das ist schon abgefahren. Wir kriegen Videos zugeschickt von Vierjährigen, die unsere Lieder singen – das ist unglaublich. Oder die Zehnjährigen kommen mit großen Augen an und wollen ein Selfie mit dir machen. Du kannst Kinder zu nichts zwingen. Entweder sie mögen deine Songs oder eben nicht. Und was wir machen, finden sie offenbar interessant. Oder lustig, unterhaltsam – oder einfach nur schön. Auf jeden Fall funktioniert es. Und das ist herrlich.
