Zukunftsentscheider
Die Schanze als große Fußgängerzone – das steckt hinter der Idee
22.06.2026 – 12:31 UhrLesedauer: 3 Min.

Superblock, Fußgängerzone, Tempolimit: Für die Schanze kursieren große Pläne. Mehrere Akteure drängen nun auf eine schnelle Entscheidung.
Ab dem Frühjahr ist fast kein Durchkommen mehr in der Schanze: Die Restaurants und Bars haben ihre Tische auf dem Schulterblatt aufgebaut, auf Pollern und Bordsteinen hocken Menschen, die sich Getränke aus Kiosken organisiert haben. Einheimische wie Touristen flanieren auf den Gehwegen. Auf der Straße ist nicht weniger los: Lkw parken in zweiter Reihe für die Lieferungen an Geschäfte. Dazwischen quetschen sich Radfahrer durch – und dann natürlich noch der Autoverkehr. Denn das Schulterblatt ist eine praktische Verbindung zwischen dem Neuen Pferdemarkt und St. Pauli und den Verkehrsachsen Max-Brauer-Allee und dahinter dem Ring 2.
Ganz schön viel Funktion für ein so kleines Gebiet. Das finden offenbar auch die Organisatoren des Hamburger Zukunftsentscheids. Der sorgte im Herbst 2025 für bundesweites Aufsehen. Überraschend entschieden sich die Hamburger bei der Befragung für den Turbo bei den Klimazielen. Bis 2040 will Hamburg klimaneutral sein. Ein ambitioniertes Ziel, das noch so manche Einschnitte und XXL-Veränderungen für die Stadt und ihre Bewohner mit sich bringen wird.
Könnte das Schulterblatt zur Fußgängerzone werden?
Nun machen die Initiatoren wieder Alarm: Am 22. Juni 2026 laden sie Interessierte zum Austausch in die Kampstraße 15 ab 18.30 Uhr ein. Drei Tage später gibt es eine zweite Veranstaltung in Eimsbüttel. Das Thema: Die Schanze soll zum Superblock werden. Die Idee dahinter nutzen bereits andere Großstädte wie Barcelona. Teile des Quartiers könnten zu Fußgängerzonen werden, andere Bereiche radikal autoreduziert, mit Tempolimit und Einbahnstraßen. So soll der Durchgangsverkehr aus dem Viertel gedrängt werden. „Mehr Platz für Menschen. So können sichere Fuß- und Radwege, Aufenthaltsflächen und neue Grünflächen entstehen“, schreiben die Initiatoren.
Neu ist die Idee der Initiative nicht. Schon im Oktober machten die Grünen im Bezirk Altona Druck. Die Folge ihrer Forderungen: Vor der Roten Flora, Haus 73 und weiteren Anlaufpunkten würde dann ein Tempolimit von 20 Kilometern pro Stunde gelten. Zum anderen beantragen die Grünen einen Test, bei dem geprüft werden soll, ob Schulterblatt und Schanzenstraße zu Einbahnstraßen umgewandelt werden könnten. Auch der Einsatz sogenannter Modalfilter – also Barrieren, die Autos vom Durchfahren abhalten – steht zur Debatte. Auch die Grünen nutzen nur eine ältere Idee aus dem Jahr 2020. Damals hatte sich der Stadtteilbeirat für eine Verkehrswende im Viertel starkgemacht.










