Aktualisiert am 15.02.2026 – 16:07 UhrLesedauer: 3 Min.

Sie fiebern auf den Moment der Medaillenübergabe hin. Doch viel können die Athleten mit ihrer Trophäe nicht machen, wenn sie unversehrt bleiben soll.
Aus Predazzo berichtet Melanie Muschong
Auf den Moment der Medaillenzeremonie trainieren die olympischen Athleten jahrelang hin. Wenn sie dann endlich das Edelmetall um den Hals hängen haben, bricht meist die pure Freude aus ihnen hervor. Doch mit ihrem Jubel müssen sich die Sportler bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo zurückhalten. Denn die erste Woche des sportlichen Großereignisses hat gezeigt: Die Medaillen sind fragil und können schnell kaputtgehen.
Die Beispiele dafür sind inzwischen zahlreich. Als Erste war die schwedische Langläuferin Ebba Andersson betroffen. Ihre Silbermedaille hielt gerade einmal acht Minuten, ehe sich das Edelmetall vom Band löste. Nichtsahnend, dass es nicht nur an ihr lag, sagte die 28-Jährige zu Beginn der Spiele der schwedischen Boulevardzeitung „Expressen“: „Es war wohl meine eigene Blödheit.“ Doch das Missgeschick passierte auch dem deutschen Biathleten Justus Strelow, der Bronze mit der Mixed-Staffel gewonnen hatte.
Abfahrts-Olympiasiegerin Breezy Johnson präsentierte die Einzelteile ihrer Medaille im Anschluss an ihren Erfolg auf der Pressekonferenz. Einer geschockten Emma Aicher raunte die US-Amerikanerin zu: „Springt nicht damit.“ Denn als Johnson das tat, löste sich der Stab, der Band und Medaille festhält. Den Sprungtest machte auch der Nordische Kombinierer Johannes Lamparter mit seiner Silbermedaille. In einem Video des ORF hüpft er hoch – und die Medaille ging kaputt. Der Österreicher konnte sie jedoch selbst wieder reparieren. Breezy Johnson hat zudem ihre Goldmedaille wieder. Sie schrieb auf Instagram: „Sie haben meine Medaille repariert. Ich habe mein Original zurückerhalten.“
Das Organisationskomitee hatte den betroffenen Athleten angeboten, die Medaillen zurückzugeben, damit sie restauriert und wiederhergestellt werden können. Das Problem ist den Athleten inzwischen bekannt. Der deutsche Skisprung-Olympiasieger Philipp Raimund sagte auf t-online-Nachfrage: „Meine ist heil geblieben, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich sie die ganze Zeit in der Hand getragen habe. Ich war vorsichtig, würde ich sagen.“
Raimund betonte jedoch, dass die Medaille schwer sei. Auch Rodel-Olympiasieger Max Langenhan meinte: „Die Medaille hängt ein bisschen schwer. Ich habe ganz schön Nackenprobleme.“ Eine Goldmedaille wiegt 506 Gramm. Sie besteht seit vielen Jahren schon nicht mehr komplett aus Gold, sondern zu mindestens 92,5 Prozent aus Silber. Es müssen mindestens sechs Gramm Gold enthalten sein. Das einzige Mal, dass die Olympia-Goldmedaille aus reinem Gold bestand, war im Jahr 1912. Die Silbermedaillen sind aus reinem Silber. Die Bronzemedaillen bestehen dagegen aus Messing.










