DFB-Stars verlassen Deutschland
Die Befürchtungen sind wahr geworden
18.07.2026 – 12:04 UhrLesedauer: 4 Min.

Die positive Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland ist unbestritten. Und doch wechseln immer mehr DFB-Spielerinnen ins Ausland. Was das bedeutet.
Laut Alexandra Popp ist es nicht optimal, „wenn viele deutsche Nationalspielerinnen nicht mehr in Deutschland spielen“. Die Aussage der früheren Kapitänin der deutschen Auswahl liegt bereits knapp drei Monate zurück. Der vermeintliche Trend, der sich damals zeigte, sei „nicht gerade positiv“, auch der Deutsche Fußball-Bund wolle das wohl „anders sehen“.
Und doch haben in der Zwischenzeit gleich fünf deutsche Nationalspielerinnen die Bundesliga verlassen und weitere namhafte Profis Deutschland den Rücken gekehrt.
Die große Anziehungskraft
Vivien Endemann gab bereits im April dieses Jahres bekannt, den VfL Wolfsburg in Richtung FC Liverpool zu verlassen. Nach Popp, die sich Borussia Dortmund anschloss, ist es eine weitere wichtige Spielerin, die der Vizemeister damit verlor. Im Nationalteam spielte Endemann zuletzt groß auf, rechtfertigte das Vertrauen von Bundestrainer Christian Wück. „Sie hat charakterlich einen unglaublichen Sprung gemacht, ist sehr erwachsen geworden“, befand der 53-Jährige und verwies auf gute Leistungen für ihren Verein in der Champions League. In der „Königsklasse“ wird sich die 24-Jährige allerdings vorerst nicht mehr empfehlen können, Liverpool belegte in England in der abgelaufenen Saison nur den zehnten Tabellenrang.

Wie groß die Anziehungskraft der finanzstärksten und besten Liga Europas dennoch ist, zeigte unlängst auch der Winterwechsel von DFB-Kollegin Lea Schüller vom FC Bayern zu Manchester United. Für Popp greift die Erklärung jedoch zu kurz, die Wechsel allein auf finanzielle Aspekte zu reduzieren: Sie glaube nicht, „dass es zwingend wegen des Geldes ist, auch wenn sich das Thema ein Stück weit entwickelt hat“, erklärte die 35-Jährige damals.
Und warum ist das Ausland dann interessant? „Ich glaube, es geht den jungen Spielerinnen vielmehr darum, mehr zu erleben“, so Popp, die als selbst ernannter „Heimscheißer“ Deutschland bislang nicht verlassen wollte. Die Spielerinnen wollen ihrer Meinung nach „noch einmal eine ganz neue Erfahrung“ sammeln und die „Wohlfühlzone“ in der Heimat hinter sich lassen.

Das dürfte wohl auch auf Elisa Senß, Nicole Anyomi (beide Eintracht Frankfurt) und Selina Cerci (TSG Hoffenheim) zutreffen. Während Mittelfeldakteurin Senß zu Real Madrid wechselte, spielt Anyomi nun beim London FC, Cerci hat sich in der gleichen Stadt dem FC Arsenal angeschlossen. Die drei Nationalspielerinnen spielten seit dem Beginn ihrer Karriere in Deutschland, wagen nun den Schritt ins Ausland. Andere Nationalspielerinnen wie Sjoeke Nüsken (FC Chelsea) oder Jule Brand (Olympique Lyon) hatten Deutschland schon zuvor den Rücken gekehrt.










