Auch Torwart Andreas Wolff glaubt an einen Lerneffekt. „Ich hoffe, dass wir daraus Lehren gezogen haben, wie wir die Portugiesen schlagen“, sagte er über die Partie bei der WM. „Es war sehr unglücklich, wie wir verloren haben im letzten Jahr. Wir hatten eigentlich viele Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden, haben es dann aber leider liegen lassen“, so Wolff weiter.
Vor welche Aufgaben die Portugiesen sie stellen werden, ist den Spielern dabei bewusst. Die sonst so spielfreudigen Dänen um den zweimaligen Welthandballer Mathias Gidsel zermürbten die Südeuropäer vor allem mit einer sehr physischen Defensive, die auch mal hinlangte, wenn es sein musste. „Es wirkte, als ob sie gesagt hätten: Wir schlagen hinten auf alles ein, was sich bewegt“, zitierte Wolff die Analyse seines Teamkollegen Dahmke auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Dahmke selbst wiederholte seine Einschätzung kurze Zeit später in einer Medienrunde: „Die Abwehr war wirklich phänomenal“, sagte er. „Da wurde alles zu Kleinholz verarbeitet, was den Neunmeterraum betreten hat. Das war manchmal vielleicht auch grenzwertig, aber es hat funktioniert.“
Die deutsche Offensive muss also kreative Lösungen finden, um das Abwehr-Bollwerk zu knacken. Mut wird der Mannschaft machen, dass ihnen genau das beim Vorrunden-Abschluss gegen Spanien deutlich besser gelungen ist als in den beiden Spielen zuvor. Die Offensive könnte genau zum richtigen Zeitpunkt in Fahrt gekommen sein.
Gleichzeitig wird sich die DHB-Auswahl gegen Portugal auch auf ihre Kernkompetenz konzentrieren müssen: die eigene kompakte Defensive. In der Offensive sind die Portugiesen nämlich ebenfalls gefährlich – und diese Gefahr trägt einen Namen: Costa.
Die Brüder Martim und Francisco Costa sind zwei der größten Shootingstars der Handball-Szene. Bereits bei der WM im vergangenen Jahr wirbelten sie in der portugiesischen Offensive und auch in diesem Jahr präsentieren sie sich wieder treffsicher. Die deutsche Mannschaft ist sich der Gefahr bewusst. „Insgesamt ist es natürlich so, dass die beiden Costa-Brüder die alles überragenden Spieler bei den Portugiesen sind“, sagte Wolff. „Sie sind inzwischen schon Weltstars trotz ihres jungen Alters, bringen überragende Fähigkeiten mit und leiten das Spiel“, so der Torwart über den 23-jährigen Martim und den erst 20-jährigen Francisco.











