„Wertet die Nationalmannschaften ab“
Rudi Völler fordert Regeländerung von der Fifa
30.05.2026 – 09:31 UhrLesedauer: 2 Min.
DFB-Sportdirektor Rudi Völler stört sich an einer Fifa-Regel. Er fordert eine Änderung, obwohl der DFB teilweise auch von der Regelung profitiert hat.
Rudi Völler hat die Regeln für einen Verbandswechsel von jungen Spielern von einer Nationalmannschaft zu einer anderen kritisiert und eine Vereinfachung der Abläufe vorgeschlagen. „Dieses Nationenhopping ist ganz schlecht und wertet auch die Nationalmannschaften ab“, sagte der DFB-Sportdirektor der Funke-Mediengruppe.
„Es kann nicht sein, dass Spieler sich permanent entscheiden können, für wen sie spielen möchten. Das ist nicht gut“, sagte Völler kurz vor dem WM-Test der DFB-Elf am Sonntag (20.45 Uhr im Liveticker bei t-online) in Mainz gegen Finnland. Zuletzt hatte es mehrere Fälle gegeben, in denen Talente sich für andere Nationalverbände entschieden hatten.
WM-Akteure hätten auch für Deutschland spielen können
Auch bei der WM könnten Profis zum Einsatz kommen, die auch für die deutsche Nationalmannschaft hätten spielen können, wie Leverkusens Ibrahim Maza für Algerien oder Frankfurts Can Uzun für die Türkei.
Im DFB-Kader sind ebenfalls zahlreiche Akteure, die früher für andere Nationen spielberechtigt gewesen wären. Jamal Musiala spielte vor seiner DFB-Karriere in Englands Jugendauswahl. Bayern-Verteidiger Jonathan Tah berichtete im DFB-Camp in Herzogenaurach von einer Kontaktaufnahme durch den Verband von WM-Gegner Elfenbeinküste schon vor der WM 2014.

„Da war ich 17, 18 Jahre alt geworden, da kamen die mal auf mich zu. Ich habe dann aber relativ schnell abgesagt“, erzählte Tah. 2016 gehörte er dann erstmals zum DFB-Aufgebot bei der EM in Frankreich.
Der in Düsseldorf geborene Malick Thiaw hätte wegen der Herkunft seiner Eltern auch für Finnland oder WM-Teilnehmer Senegal spielen können, entschied sich aber für Deutschland.
„Muss eine Ehre sein, für Deutschland zu spielen“
Bundestrainer Julian Nagelsmann begegnet der Thematik schon immer pragmatisch und betonte, niemals einen Spieler überreden zu wollen. „Es muss eine Ehre sein, für Deutschland zu spielen“, sagte der 38-Jährige. Die Entscheidung könne einem jungen Spieler nicht abgenommen werden.
Völler moniert besonders, die relativ späte Möglichkeit, sich noch für einen anderen Verband zu entscheiden. War man früher durch einen Einsatz in einem A-Länderspiel für ein Land festgespielt, kann man sich jetzt noch umentscheiden, wenn man höchstens drei A-Länderspiele ohne Turniereinsatz absolviert hat, diese vor dem 21. Lebensjahr stattfanden und mindestens drei Jahre seit dem letzten vergangen sind.
Zu kompliziert findet Völler. „Warum gibt es nicht eine einfache Regelung, sich spätestens mit dem 18. Lebensjahr zu entscheiden, für welches Land ich spiele? Das wäre die beste Lösung. Das ist meine feste Überzeugung“, sagte Völler.









