Weltwirtschaft unter Druck
Krieg treibt Länder „an den Rand einer Rezession“
03.06.2026 – 12:06 UhrLesedauer: 3 Min.
Die OECD senkt ihre Prognose für Deutschland erneut. Der Krieg im Nahen Osten wird nach Einschätzung der Organisation zur Belastung für die Weltwirtschaft.
Die Industriestaatenorganisation OECD hat ihre Wachstumsprognose für Deutschland wegen der Folgen des Krieges im Nahen Osten gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr nur noch um 0,7 Prozent wachsen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Mittwoch in Paris mit. Im März hatte die OECD für Deutschland noch ein Plus von 0,8 Prozent erwartet. Für 2027 senkte sie ihre Prognose von 1,5 auf 1,1 Prozent.
Der Ausblick erscheint in einer angespannten Phase des Krieges. Zwar gilt seit dem 8. April eine Waffenruhe, dennoch greifen sich die USA und der Iran weiter gegenseitig an. Zugleich laufen nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump die Gespräche mit Teheran weiter, auch wenn iranische Medien zuletzt von stockenden Verhandlungen berichtet hatten.
Die OECD sieht für Deutschland vor diesem Hintergrund zwar weiter einen Aufschwung, aber einen schwächeren als zuvor. Die Erholung werde vor allem von der Binnennachfrage getragen: Private Haushalte profitierten von steigenden Löhnen, zugleich schmälerten höhere Energiepreise und Inflation die realen Einkommen.
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Deutschland steht nach Einschätzung der OECD aber nicht mehr am unteren Ende der Wachstumstabelle in Europa. OECD-Expertin Isabell Koske sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Deutschland liegt im Durchschnitt der EU-Länder und ist das am stärksten wachsende G7-Land in der EU.“ Für die Euro-Zone wird im laufenden Jahr ein Plus von 0,8 erwartet, für 2027 von 1,2 Prozent – für Frankreich von 0,7 und 0,8 Prozent, für Italien von 0,5 und 0,6 Prozent.
Allerdings falle das prognostizierte Wachstum in Deutschland aufgrund der gestiegenen Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Krieges schwächer aus als bislang erwartet. „Die Unsicherheit hat wieder zugenommen“, sagte Koske. Das schlage auf den privaten Konsum und die Investitionen durch.
Koske nannte noch einen weiteren Grund für den Gegenwind: „China macht den deutschen Güter-Exporten auf den Weltmärkten immer stärkere Konkurrenz.“ Dagegen stimulierten die stark steigenden öffentlichen Investitionen und Verteidigungsausgaben die deutsche Wirtschaft. Das habe auch positive Effekte auf private Investitionen.
Weltwirtschaft verliert an Tempo
Auch weltweit rechnet die OECD mit weniger Wachstum. In ihrem Hauptszenario, das von einer zeitlich begrenzten Störung durch den Krieg ausgeht, dürfte die Weltwirtschaft nach 3,4 Prozent Wachstum im vergangenen Jahr 2026 nur noch um 2,8 Prozent zulegen. Für 2027 erwartet die OECD wieder ein Plus von 3,1 Prozent.











