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Dieser düstere französische Thriller ist Kino-Geschichte
31.07.2026 – 13:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Selbstjustiz ist ein beliebtes Thema für reißerische Actionfilme. Die Suche nach Gerechtigkeit entfaltet sich in diesem Thriller jedoch eher als finstere Charakterstudie.
Zu welchen Taten ist der Mensch fähig? In ihren Geschichten versuchen Filmemacher, die Tiefe der menschlichen Seele auszuloten. Grenzen scheint es bei diesen Gedankenspielen kaum zu geben. Auch der französische Regisseur und Drehbuchautor Claude Chabrol begab sich auf diese abgründige Reise und inszenierte 1969 einen Thriller, der Moral und Rache gegenüberstellt.
Darum geht es in „Das Biest muss sterben“
Es ist ein Moment, in dem eine Welt zerbricht: Der neunjährige Sohn von Charles (Michel Duchaussoy) wird von einem Unbekannten überfahren, der Fahrerflucht begeht. Charles schwört Rache und macht sich auf die Suche nach dem Täter.
Seine Bemühungen bringen ihn näher an sein Ziel. Als es Charles gelingt, unter falscher Identität Einblicke in die Familie des Täters zu erhalten, wird deutlich, mit welcher Art von Monster er es zu tun hat. Immer stärker zeigt sich, dass Charles keineswegs die einzige Person ist, die Rachegedanken hegt.
Wie sehenswert ist „Das Biest muss sterben“?
Seine Erkenntnisse notiert die Figur Charles detailgenau in seinem Notizbuch. Durch die Worte wird das Publikum zum Mittäter und sieht sich mit einer schwierigen Frage konfrontiert: Auf wessen Seite darf man stehen?
Dieser Konflikt fasziniert das Publikum und die Kritik. Laut der Bewertungsplattform „Rotten Tomatoes“ sprechen sich 80 Prozent der Zuschauer für das Drama aus, während sich die Kritik einstimmig mit 100 Prozent begeistert zeigt. Die internationale Filmdatenbank „IMDb“ vergibt 7,6 von 10 Punkten.
Der Film läuft Montag, 3. August 2026, um 20.15 Uhr auf Arte. Wer das Drama verpasst, kann es alternativ bei Prime Video streamen.
Dunkler Blick hinter die menschliche Fassade
Regisseur Claude Chabrol gelingt der Kniff, das Publikum tief in die Seele der Hauptfigur blicken zu lassen. Wo andere Filme sich auf den Verzicht auf Informationen oder dezentes Setzen von Hinweisen fokussieren, um Spannung aufzubauen, wählt Chabrol den entgegengesetzten Weg.
Der Filmkritiker Christoph Hartung schreibt auf seiner Filmseite: „Hier entpuppt sich die wortreiche Dramaturgie Chabrols als psychologischer Kniff. Weil der Zuschauer vor keinem Rätsel steht, stattdessen weiß, was der Protagonist weiß – und was der plant – wird der Zuschauer zum engen Komplizen des potenziellen Mörders und gruselt sich mit dem wohligen Schrecken durch den Film, dass ein Mord an diesem alle Welt terrorisierenden Arschloch nun auch nicht verkehrt sein muss.“










