Vietnam hat in den letzten Jahren ein umfangreiches Netzwerk an Freihandelsabkommen aufgebaut. Im Januar 2026 einigten sich die Europäische Union (EU) und Vietnam darauf, ihre Beziehungen zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft auszubauen und die Zusammenarbeit in Bereichen wie Handel, Energie, Klima und Sicherheit zu stärken. Das EU-Vietnam-Investitionsschutzabkommen (EVIPA) steht noch aus; Deutschland hat den Ratifizierungsprozess bereits abgeschlossen, mehrere andere EU-Mitgliedstaaten müssen dies jedoch noch tun.

Das seit 2020 geltende EU-Vietnam-Freihandelsabkommen (EVFTA) hat die wirtschaftliche Entwicklung Vietnams deutlich beschleunigt. Dadurch stiegen die EU-Investitionen in Vietnam zwischen 2020 und 2024 um rund 35 Prozent. Allein der Handel mit Deutschland wuchs im Jahr 2025 um mehr als 16 Prozent auf 22 Milliarden Euro.

Dass Deutschland von diesem Wachstum besonders stark profitiert, hat auch historische Wurzeln: Die Beteiligung deutscher Unternehmen an der wirtschaftlichen Öffnung Vietnams in den 1990er Jahren wirkt bis heute nach. Darüber hinaus haben die Rekrutierung vietnamesischer Fachkräfte und verschiedene Transferprojekte zu einem positiven Deutschlandbild in der vietnamesischen Gesellschaft beigetragen.

Indonesien: Deutschlands wichtigster Handelspartner in der Region

Indonesien, bereits Deutschlands wichtigster Handelspartner in der Region, strebt nach mehr strategischer Autonomie und ist zu diesem Zweck kürzlich der BRICS-Ländergruppe beigetreten. Gleichzeitig hat es seine Zusammenarbeit mit der G20 und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung intensiviert. Es hat außerdem Partnerschaftsabkommen mit den USA und Russland unterzeichnet. In einer zunehmend multipolaren Welt legt Indonesien Wert auf politischen Handlungsspielraum.

Durch die Unterzeichnung einer Reihe von Handelsabkommen will die Regierung weitere Märkte erschließen. Im Jahr 2025 schlossen Indonesien und die EU beispielsweise ein umfassendes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen und ein Investitionsschutzabkommen ab. Dadurch erhält Indonesien Zugang zu einem hochgradig standardisierten Markt, während Europa vom Zugang zu Rohstoffen, einer jungen und technikaffinen Bevölkerung und einem schnell wachsenden Markt profitiert.

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