Heißeste Nacht
Deutschland stellt offenbar weltweiten Temperaturrekord auf
29.06.2026 – 15:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Noch nie zuvor soll eine Nacht nördlich des 50. Breitengrads so heiß gewesen sein.
Die Sonne war weg – aber die Temperaturen sanken nur langsam: In Kubschütz im sächsischen Landkreis Bautzen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) vorläufigen Daten zufolge die heißeste Nacht festgestellt, die je in Deutschland gemessen wurde. In der Nacht zum Sonntag war es in Kubschütz zu keinem Zeitpunkt kälter als 29,4 Grad.
Und: Es könnte sogar die heißeste Nacht gewesen sein, die nördlich des 50. Breitengrads je auf der Welt festgestellt wurde. Das berichtet der Account „Extreme Temperatures Around The World“ auf der Plattform X – und deutsche Meteorologen halten dies zumindest für plausibel.
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Eine DWD-Meteorologin erklärte t-online auf Nachfrage, für eine exakte weltweite Einordnung sei allerdings „eine systematische Auswertung und Validierung internationaler Messdaten sowie die Prüfung der Vergleichbarkeit der Messungen“ erforderlich. Das benötige Zeit. Und der Diplom-Meteorologe Dominik Jung teilte t-online mit, der Account „Extreme Temperatures Around The World“ sei eine in der Fachwelt bekannte und viel beachtete Quelle für Temperaturextreme.
Hitzerekord: Föhn soll zum Extremwert geführt haben
Der 50. Breitengrad teilt Deutschland etwa auf Höhe der Mainlinie. Zur Einordnung der Nachttemperatur von fast 30 Grad erklärte Jung, für solche Werte fehle nördlich davon normalerweise die subtropische Grundwärme: „Das sind Verhältnisse, die man sonst eher von der arabischen Halbinsel kennt.“ Für Mitteleuropa sei ein solcher Wert „absolut außergewöhnlich“, meint Jung.
Die bisher wärmste Nacht in Deutschland wurde vom 12. auf den 13. August 2003 auf dem 554 Meter hohen Berg Weinbiet in der Pfalz mit 27,2 Grad gemessen. Die deutliche Steigerung nun könne auch mit der Mittelgebirgslage von Kubschütz in der Oberlausitz zusammenhängen, erklärte Jung. Der DWD habe selbst darauf hingewiesen, dass die vorherrschenden Südwinde leicht föhnige Effekte auf der Nordseite der Hänge begünstigt hätten. Das heißt laut Jung: „Es handelt sich um einen lokalen, durch Föhn verstärkten Extremwert an einer einzelnen Station.“










