Die Firma entwickelt unbemannte Kampfjets

Deutsches Rüstungs-Start-up steht vor Milliarden-Deal


09.05.2026 – 21:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Der CA-1: Helsing entwickelt den unbemannten Kampfjet. (Quelle: Helsing)

Ein deutsches Rüstungs-Start-up könnte bald 1,2 Milliarden Dollar von Investoren einsammeln. Die Bewertung des Unternehmens würde damit auf 18 Milliarden Dollar steigen.

Das Münchner Rüstungs-Start-up Helsing steht offenbar vor einer neuen Finanzierungsrunde in Milliardenhöhe. Nach einem Bericht der „Financial Times“ könnte das Unternehmen rund 1,2 Milliarden Dollar von Investoren einsammeln. Die Bewertung der Firma würde damit auf etwa 18 Milliarden Dollar steigen.

Dem Bericht zufolge führen die Investoren Dragoneer und Lightspeed Venture die Gespräche an. Beide Unternehmen investieren seit Jahren in Technologie- und KI-Firmen. Helsing selbst wollte sich zu den Angaben zunächst nicht äußern.

Das 2021 gegründete Unternehmen entwickelt Software mit Künstlicher Intelligenz für militärische Anwendungen. Inzwischen produziert Helsing auch eigene Drohnen- und Waffensysteme. Nach Angaben des Unternehmens kommen einige Systeme bereits in der Ukraine zum Einsatz.

Zuletzt rückte Helsing vor allem wegen seiner Pläne für einen unbemannten Kampfjet in den Fokus. Das Projekt mit dem Namen „CA-1“ gilt als möglicher Zukunftsauftrag für die deutsche und europäische Luftfahrtindustrie. Hintergrund sind Unsicherheiten beim deutsch-französischen Luftkampfsystem FCAS, dessen Entwicklung seit Jahren stockt.

Helsing konkurriert bei militärischen Drohnenprojekten unter anderem mit Airbus und Rheinmetall. Sollte das Unternehmen größere Aufträge der Bundeswehr erhalten, könnten daraus langfristig milliardenschwere Einnahmen entstehen. Gleichzeitig erfordert die Entwicklung neuer Systeme hohe Vorleistungen. Helsing-Mitgründer Torsten Reil hatte die Kosten dafür bereits auf mehrere Hundert Millionen Euro beziffert.

Der Ukrainekrieg hat die Bedeutung von Drohnen und KI-gestützter Kriegsführung deutlich erhöht. Militärs setzen verstärkt auf vergleichsweise günstige, flexible Systeme, die Ziele präzise angreifen oder Daten in Echtzeit auswerten können. Entsprechend wächst auch das Interesse von Investoren an Unternehmen aus diesem Bereich.

Zu den bisherigen Geldgebern von Helsing gehört unter anderem Prima Materia, die Investmentfirma des Spotify-Mitgründers Daniel Ek. Bereits im vergangenen Jahr hatte Helsing seine Bewertung deutlich gesteigert und galt zeitweise als wertvollstes deutsches Start-up.

Kritiker warnen allerdings vor einer möglichen Überbewertung des Sektors. Der Markt für Militärtechnologie wächst derzeit schnell, gleichzeitig ist unklar, welche Geschäftsmodelle sich langfristig durchsetzen werden.

Share.
Exit mobile version