So teuer ist es wirklich

Inflation und Kerninflation – Was ist der Unterschied?


Aktualisiert am 30.05.2026 – 11:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Frau kauft im Supermarkt ein

Durchschnittlicher Warenkorb (Symbolbild): Bei der Kerninflation werden Lebensmittel nicht eingerechnet. (Quelle: PeopleImages)

Inflation beschreibt das allgemeine Preisniveau einer Ökonomie. Dabei ist die Kerninflation ein genauerer Gradmesser für die Kaufkraft der Menschen.

Inflation ist eine Bedrohung für Geld- und Vermögenswerte. Während Preise steigen, sinkt die Kaufkraft. Inflation allgemein beschreibt die Verteuerung von Produkten und Dienstleistungen aller Art. Am besten lässt sich die Inflation an den Kosten für Lebensmittel ablesen, da diese tagtäglich gekauft werden müssen.

Kostet beispielsweise ein Brot heute fünf Euro, dann kostet es bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von zwei Prozent pro Jahr im kommenden Jahr 5,10 Euro, im darauffolgenden Jahr 5,20 Euro und so weiter. Die Preissteigerungen liegen in diesem Beispiel gerade einmal bei zehn Cent pro Jahr. Diesen minimalen Anstieg nehmen wir im Alltag kaum wahr. Anders, wenn die Inflationsrate zwischen acht und zehn Prozent liegt.

Zukünftiger Wert63.636 €

Wertverlust6.364 €

Worin sich Inflation und Kerninflation unterscheiden

Während die Inflation die allgemeine Preissteigerung beschreibt, sollen mit dem Begriff der Kerninflation die ökonomischen Ursachen der Preisentwicklung innerhalb einer Volkswirtschaft verständlicher erklärt werden. Der Bundesbank zufolge ist die Kerninflation der generelle, langfristige Preistrend. Sie beschreibt die Entwicklung der Verbraucherpreise ohne Berücksichtigung der Segmente Nahrungsmittel und Energie. Hintergrund ist, dass die Preise für Nahrungsmittel und Energie starken Schwankungen unterliegen. Das Konzept der Kerninflationsrate soll laut einer Studie der Federal Reserve Bank of New York besser geeignet sein, um die „tatsächliche“ Inflationsrate zu messen.

Warum ist das sinnvoll?

Gründe für starke Preisänderungen bei Energie liegen unter anderem in der Preisbildung auf dem Weltmarkt. Beispielsweise können öl- und gasfördernde Länder ihre Produktion drosseln oder erhöhen und damit Einfluss auf den Weltmarktpreis nehmen. Bei Lebensmitteln können die Preise wegen witterungsbedingter schlechter Ernten kurzfristig stark steigen. Bekommen hohe Energie- oder Lebensmittelpreise in einem durchschnittlichen Warenkorb zu viel Gewicht, wird der Inflationswert verfälscht. Eine ungünstig interpretierte Inflation führt wiederum zu falschen Entscheidungen der Zentralbanken, die im Rahmen ihrer Geldpolitik entgegensteuern müssten.

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Währungshüter schauen auf die Kerninflation

Die Kerninflation in Deutschland, also die Inflationsrate ohne die volatilen Komponenten Energie und Nahrungsmittel, lag im Mai 2026 bei 2,6 Prozent. Dies stellt einen leichten Rückgang gegenüber den Vormonaten dar, in denen die Inflationsrate bei 2,9 Prozent (April) und 2,7 Prozent (März) lag.

Experten erwarten, dass die Kerninflation in den nächsten Monaten in Deutschland hartnäckig bleibt und sich nur sehr langsam nach unten bewegt. Die Deutsche Bundesbank prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 eine durchschnittliche Kerninflationsrate von 2,2 Prozent, gefolgt von 2,0 Prozent im Jahr 2027.

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