Minister macht Druck

Günstige Familienreservierung bei der Bahn könnte zurückkehren

Aktualisiert am 13.09.2026 – 09:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Hauptbahnhof in Frankfurt am Main (Archivbild): Eine Familie mit Kinderwagen vor dem Einstieg in einen ICE. (Quelle: IMAGO/Sabine Brose)

Seit der Abschaffung der Familienreservierung müssen Eltern für gemeinsame Sitzplätze deutlich mehr bezahlen. Verkehrsminister Steffen Bilger drängt nun auf eine Kehrtwende der Deutschen Bahn.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat laut einem Bericht auf eine Wiedereinführung der vor mehr als einem Jahr abgeschafften vergünstigten Familienreservierung in Fernverkehrszügen gedrängt. „Wir sind mit der Bahn dazu im Gespräch“, sagte Bilger den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. Zuvor hatte er die Abschaffung selbst kritisiert. Der Wegfall der Familienreservierung sorge „zurecht“ für viel Unzufriedenheit, sagte Bilger.

Zugleich nahm der Minister die Bahn in puncto Familienfreundlichkeit in Schutz: „Die Bahn hat für Familien grundsätzlich viele gute Angebote“, sagte er.

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Vierköpfige Familie zahlt jetzt 22 Euro

Die Deutsche Bahn hatte die Familienreservierung im Juni vergangenen Jahres abgeschafft. Bis dahin konnten Familien für Fahrten im Fernverkehr zum Fixpreis von 10,40 Euro Sitzplätze für alle Familienmitglieder reservieren. Seitdem muss für jeden Platz einzeln bezahlt werden, was die Kosten für Familien deutlich erhöhen kann. Die Entscheidung hatte massive Kritik von Politik und Fahrgastverbänden ausgelöst. Eine vom Verkehrsclub Deutschland gestartete Petition für die Wiedereinführung unterzeichneten mehr als 128.000 Menschen.

Bilger bekräftigte zudem seine Ablehnung eines generellen Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Er begründete dies unter anderem mit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Ein Tempolimit würde die Spaltung im Land noch einmal verstärken, weil es viele als Einschränkung ihrer Freiheit empfinden würden“, sagte Bilger den Funke-Zeitungen.

Steffen Bilger (Archivbild): Der Verkehrsminister verhandelt mit der Deutschen Bahn über eine Rückkehr der Familienreservierung. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa/dpa-bilder)

Auch hinsichtlich des Klimaschutzes spricht aus Bilgers Sicht wenig für eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung. Viele Menschen würden schon heute mit dem Tempomat oder wegen der Spritpreise freiwillig langsamer fahren. „Ich bezweifle deshalb, dass es ein großes Potenzial an CO₂-Einsparungen durch ein Tempolimit gäbe“, sagte Bilger.

Auch bei der Verkehrssicherheit sehe er „keinen nennenswerten Effekt“. Die deutschen Autobahnen seien sicherer als die meisten Autobahnen in europäischen Ländern mit Tempolimit.

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