Alkoholriese will in die USA – und erntet Häme

US-Destillerien mussten ebenfalls Einbußen hinnehmen, da Bourbon, Whiskey und andere Spirituosen aus den Regalen verschwanden. Doch auch für die kanadische Seite war der Zollkrieg hart: Mutterkonzern Diageo kündigte im September 2025 an, dass seine kanadische Whiskymarke Crown Royal eine Abfüllanlage in der kanadischen Provinz Ontario schließen und stattdessen in den USA neue Kapazitäten aufbauen werde. Dadurch fielen im Februar 2026 rund 200 Jobs in dem kanadischen Werk weg.

Doug Ford, der Ministerpräsident Ontarios, kritisierte das Unternehmen scharf und gab eine Pressekonferenz, bei der er den Inhalt einer Flasche Crown Royal ausgoss. Fords Worte damals: „Eine Nachricht an den CEO: Wenn Sie meinen Leuten wehtun, dann tue ich Ihnen weh.“

In der vergangenen Woche hat Premierminister Mark Carney die Provinzen noch angewiesen, den US-Alkohol wieder im Handel anzubieten – auf Bitten der US-Regierung. Der Boykott war dem US-Präsidenten offenbar ein Dorn im Auge. Trotzdem ist nun das Abkommen gescheitert, weshalb der Boykott vermutlich weitergeht.

Kanadier reisen seltener in die USA – und öfter nach Europa

In der Tourismusbranche ist die Lage ähnlich klar. Nach Angaben der BBC haben Kanadier rund 800.000 weniger Reisen in die USA unternommen als vor Trumps Wiederwahl; das habe die Tourismusbranche 3,3 Milliarden US-Dollar an Einbußen gekostet. Allein zwischen Februar und März 2025, als der Handelskrieg anzog, fielen die Einreisen von Kanada nach Florida um 60 Prozent.

Als Reaktion darauf haben einige US-Regionen und Städte damit begonnen, ihre Nachbarn mit speziellen Rabatten nur für Kanadier wieder ins Land zu locken. New York etwa bietet kanadischen Touristen einen Rabatt von 30 Prozent auf Hotelübernachtungen und Broadway-Tickets an. Doch stattdessen reisen Kanadier den Daten zufolge lieber nach Europa und Asien. In beiden Regionen wurden zuletzt mehr Reisende aus Kanada vermerkt.

Es gab aber auch schon Anzeichen dafür, dass sich die Lage wieder etwas entspannen könnte. In den Monaten April, Mai und Juni 2026 gab es wieder einen leichten Anstieg von kanadischen Reisenden in die USA, berichtete CBC. Im Vergleich zu 2024 waren es zwar immer noch 28,7 Prozent weniger Reisen; doch der leichte Anstieg der Autoreisen hatte bei einigen die Hoffnung geschürt, dass es bald wieder aufwärtsgehen könnte. Die dürfte sich angesichts der neuesten Entwicklung wieder zerschlagen.

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