Klingbeil plant Gesetz

Deutsche scheitern beim bargeldlosen Bezahlen

Aktualisiert am 03.10.2026 – 10:43 UhrLesedauer: 2 Min.

„Keine Karten“: Manche Geschäfte und Restaurants akzeptieren nur Bargeld. (Archivbild) (Quelle: Jens Kalaene/dpa/dpa-bilder)

Mehr als die Hälfte der Deutschen scheiterte in diesem Jahr mindestens einmal beim bargeldlosen Bezahlen. Bundesfinanzminister Klingbeil will das per Gesetz ändern.

„Cash only“: Mehr als jeder zweite Erwachsene konnte in Deutschland in diesem Jahr mindestens einmal nicht wie gewünscht bargeldlos bezahlen. Mit 56 Prozent lag der Anteil in der jüngsten YouGov-Umfrage für den Genoverband sogar höher als 2021 mit damals 45 Prozent.

Die Mehrheit derjenigen, die eine Rechnung entgegen ihrer Planung statt mit Karte oder Smartphone doch mit Schein und Münze begleichen mussten, berichtet von zwei bis fünf Fällen im laufenden Jahr (28 Prozent). Insgesamt wurden im August 1.534 Erwachsene repräsentativ befragt.

Klingbeil-Vorstoß findet Zustimmung

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will Geschäfte und Restaurants verpflichten, künftig zusätzlich zum Bargeld auch digitale Zahlungen mit Karte oder Handy zu akzeptieren. Eckpunkte für eine solche Regelung sind in der Abstimmung, Ziel des Finanzministeriums ist, dass ein Gesetzentwurf noch in diesem Jahr im Kabinett beschlossen und dann 2027 umgesetzt wird. Für den Staat hat digitales Bezahlen Vorteile: Weil solche Zahlungen immer dokumentiert werden, werden Steuerhinterziehung und Geldwäsche erschwert.

Viele Menschen nutzen zum Bezahlen an der Ladenkasse ihre Bankkarte oder ihr Smartphone. (Symbolbild) (Quelle: Leonie Asendorpf/dpa/dpa-bilder)

Unter den Vorständen der Volksbanken im Verbandsgebiet des Genoverbandes, das alle Bundesländer außer Bayern und Baden-Württemberg umfasst, findet eine Akzeptanzpflicht von Kartenzahlungen und digitalen Zahlungen mehrheitlich Zustimmung: Gut drei Viertel (77 Prozent) von 196 befragten Vorständen befürworten dies. Zugleich ist fast die Hälfte (49 Prozent) dafür, dass Bargeld bis zu einer bestimmten Höchstgrenze verpflichtend angenommen werden muss.

Wahlfreiheit für Verbraucher

„Das Smartphone und die Karte werden zunehmend zum Dreh- und Angelpunkt für Bankgeschäfte und Zahlungsverkehr – gleichzeitig bleibt es den Menschen aber auch wichtig, die Option einer Barzahlung zu haben“, argumentiert der Vorstandsvorsitzende des Genoverbands, Michael Hoeck. Ziel der Volks- und Raiffeisenbanken sei es, ihren Kunden Wahlfreiheit zu bieten.

Hat Bargeld eine Zukunft?

Vier von zehn der befragten Verbraucher gehen davon aus, dass ihre persönliche Bargeldnutzung in den kommenden Jahren abnehmen wird, deutlich (20 Prozent) oder zumindest etwas (21 Prozent). Dass sie häufiger mit Schein und Münze zahlen werden, erwarten 6 Prozent.

Passend dazu sagen 49 Prozent der Umfrageteilnehmer – unter Jüngeren mit noch größerem Anteil – sie würden gerne häufiger mit Karte oder Smartphone bezahlen, wenn es mehr Möglichkeiten dafür gäbe, sie zugleich an der Ladenkasse Bargeld abheben könnten oder sie einen besseren Überblick hätten, wo bargeldloses Bezahlen möglich ist.

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