Heftiger Gegenwind für Infantino
Er soll einfach nur noch weg
04.08.2026 – 15:55 UhrLesedauer: 4 Min.

Immer mehr Nationalverbände entziehen Fifa-Boss Gianni Infantino öffentlich ihre Unterstützung für eine Wiederwahl. Zudem baut die Uefa eine Drohkulisse auf. Wird Infantino gestürzt?
Lothar Matthäus, seines Zeichens immer noch Rekordnationalspieler Deutschlands, hat es mit seinen Worten so zusammengefasst: „Er hat für seine Pläne einen der falschesten Zeitpunkte ever gewählt“, schrieb Matthäus in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky. Gemeint war Fifa-Präsident Gianni Infantino.
Der steht nach seiner Investoren-Idee unter Dauerfeuer – und in dem für ihn ungünstigsten Fall vor der Abwahl bei der nächsten Fifa-Wahl im Frühjahr 2027. Zum Hintergrund der ganzen Debatte: Infantino, der seit 2016 Fifa-Boss ist, wollte Anteile an den Premium-Produkten des Weltverbandes an private Investoren verkaufen. Geldgeber hätten rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen Fifa Forward Enterprise (FFE) erwerben können, dessen Wert zunächst mit 20 Milliarden Dollar beziffert war. „Für mich gibt es kaum etwas Unsinnigeres als diese Idee. Jetzt hat er es übertrieben. Er ist schlecht beraten worden oder hat sich gar nicht beraten lassen“, ergänzte Lothar Matthäus.
- Gegenwind wird stärker: Nächstes Land kündigt Nicht-Wahl von Gianni Infantino an
- Wirbel um angebliches Telefonat: Infantino sucht wohl Hilfe bei US-Regierung
Die vergangenen Tage dürfte sich Gianni Infantino ob der aktuellen Turbulenzen ziemlich durchgeschüttelt gefühlt haben. Kuriose Geschichten gab es zuletzt jedenfalls genug. Am Montag berichtete die US-Zeitung „New York Post“, der ein guter Draht ins Weiße Haus nachgesagt wird, dass Infantino wohl Hilfe und Unterstützung bei der US-Regierung suchen soll, um seine Wiederwahl im kommenden Jahr nicht zu gefährden. Das ging so weit, dass sich Dylan Johnson, ein Sprecher des Außenministeriums, genötigt sah, etwaige Kontaktaufnahmen ins Reich der Fabeln zu verweisen.
Der Washington-Außenkorrespondent der britischen Zeitung „The Telegraph“ aber meldete, dass Donald Trump die schwierige Lage seines Freundes Gianni Infantino bewusst sei. Der „Telegraph“ zitiert eine dem US-Präsidenten nahe Quelle mit den Worten: „Gianni hat uns sehr dabei geholfen, die beste Weltmeisterschaft aller Zeiten auf die Beine zu stellen. Der Präsident schätzt ihn sehr. Ich bin mir sicher, dass der Präsident alles Mögliche tun wird, um ihm zu helfen.“
Inzwischen hat sich auch die Fifa in der Causa zu Wort gemeldet. „Der Fifa-Präsident hat in den vergangenen Tagen weder den Präsidenten der Vereinigten Staaten noch ein Mitglied seiner Regierung angerufen. Das ist frei erfunden“, schrieb die Medienabteilung des Weltfußball-Dachverbands bei X. Wer da nun wirklich mit wem über was gesprochen hat, oder auch nicht, bleibt offen.










