Dort löst Hegseth auch immer wieder Unruhe und Besorgnis aus, wenn er verdiente, hohe Offiziere versetzt oder pensioniert.

Hegseth betreibt die Gleichschaltung des US-Militärs. Ich kann es nicht anders ausdrücken. Da ist er wieder, der Faschismus.

Die Verwendung des Begriffs Faschismus in Bezug auf die Trump-Administration ist umstritten.

Diese Diskussion ist etwas ermüdend. Im Faschismus gibt es die Nation, das Volk, das anhand von Blut oder Religion definiert wird, ebenso die Menschen, die nicht dazugehören sollen. Man schürt Angst vor diesen Leuten, in diesem Fall Immigranten, die verteufelt werden. Dazu kommen Trumps Missachtung der Gewaltenteilung, sein Autoritarismus, die Korruption. Man stellt die eigene Nation als unschuldig dar, was stört, wird entfernt, die Geschichte gefälscht. Es passt alles zusammen. Ich halte es auch für wichtiger, den Faschismus zu bekämpfen, als ständig die Frage zu stellen, ob wir es überhaupt mit ihm zu tun haben.

Der Widerstand in den USA gegen Trumps Politik fällt bislang gering aus. Woran liegt das?

Angst. Es herrscht pure Angst. Alle haben Familien, Verwandte, Freunde und Jobs. Ein Gericht in Texas hat kürzlich acht Aktivisten gegen ICE zu 450 Jahren Gefängnis verurteilt. Das ist doch Wahnsinn. Aber es gibt auch eine andere Facette: Trumps Gift wirkt.

Seine Popularität schwindet aber doch?

Dieses Gift wirkt lang und schleichend. In George Orwells Dystopie „1984“ musste sein Protagonist Winston noch gefoltert werden, bis er zugab, dass zwei plus zwei fünf ergibt. In Trumps Amerika ist das viel einfacher. Man gibt den „Fremden“ die Schuld für die Probleme, viel zu viele Leute glauben es.

Im November stehen die Zwischenwahlen in den USA an. Droht Trump eine Niederlage?

Ich fürchte, Trump hat einen Plan, um an der Macht zu bleiben. So höre ich es zumindest von Abgeordneten der Republikaner. Der Faschismus bringt immer wieder bizarre Entwicklungen hervor.

Die AfD ist eine Trump-Partei, sie ist eine Putin-Partei. Putin hat seine Sympathie für die AfD doch bekundet. Das ist doch Verrat an Deutschland. Aber die Fälschung der Geschichte macht diese Dinge möglich.

Wie kann der autoritären Rechten am besten Widerstand geleistet werden?

Minneapolis hat nach den Schüssen von ICE-Beamten auf Unschuldige gezeigt, was möglich sein kann. Ganz normale Menschen haben sich organisiert, sie haben demonstriert. Aus dem einfachen Grund, dass sie solche Willkür nicht in ihrer Stadt dulden wollen. Die Demokraten dieser Welt müssen zeigen, dass sie da sind und dieses Spiel nicht mitspielen. Immigranten, Journalisten und die demokratischen Institutionen müssen beschützt werden.

Professor Stanley, vielen Dank für das Gespräch.


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