Was Kunden erwarten

Zahnzusatzversicherungen: Darum greifen die Menschen zu


22.04.2026 – 09:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Behandlung in der Zahnarztpraxis (Symbolbild): Die geringen Leistungen der Krankenkassen sind für viele Menschen der Grund für eine private Zusatzversicherung. (Quelle: IMAGO / Depositphotos/imago)

Zahnzusatzversicherungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Eine neue Umfrage offenbart nun die Gründe für die hohe Nachfrage.

Wenn der Zahnarzt zum Bohrer greift, wird es für Versicherte meist teuer. Denn die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nur einen Teil der anfallenden Kosten – und auch nur für das Nötigste. Eine neue repräsentative Umfrage des Vergleichsportals Verivox zeigt nun: Unzureichende Kassenleistungen sind für viele Menschen der maßgebliche Grund, eine private Zahnzusatzversicherung abzuschließen.

„Zahnärztliche Leistungen wurden in der gesetzlichen Krankenversicherung in den letzten Jahren zunehmend gekürzt“, sagt Aljoscha Ziller, Verivox-Geschäftsführer. Die Krankenkassen zahlen für Zahnersatz – Brücken, Kronen und Prothesen – nur 60 Prozent der sogenannten Regelversorgung. Mit einem gut gepflegten Bonusheft lässt sich dieser Zuschuss auf bis zu 75 Prozent erhöhen. Gezahlt wird jedoch nur für eine medizinisch ausreichende, zweckmäßige Standardtherapie.

Das ist vielen Versicherten offenbar zu wenig. 46 Prozent der insgesamt 1.051 von Verivox Befragten nannten die eingeschränkten Kassenleistungen als Grund dafür, bereits eine private Zahnzusatzversicherung abgeschlossen zu haben oder hieran Interesse zu haben.

Die Kassenleistungen könnten zudem noch weiter sinken. Als Antwort auf die finanzielle Misere der gesetzlichen Krankenversicherung schlägt das Bundesgesundheitsministerium unter anderem vor, die Zuschüsse für Zahnersatz um weitere fünf Prozent zu senken. Ein entsprechender Gesetzesentwurf soll am 29. April im Bundeskabinett beschlossen werden. Dies könnte die ohnehin schon große Nachfrage nach dem Zusatzschutz weiter beflügeln.

Hochwertiger Zahnersatz (86 Prozent) und hochwertige Füllungen (83 Prozent) sind für die meisten Menschen folglich auch das wichtigste Leistungskriterium einer Zahnzusatzversicherung. 40 Prozent der Befragten zählen allerdings auch Prophylaxe-Maßnahmen wie eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung zu den kostenintensiven Behandlungen, die für eine Zahnzusatzversicherung sprechen.

78 Prozent wünschen sich zudem die Abdeckung von bestehendem Behandlungsbedarf. „Zahnzusatzversicherungen übernehmen in der Regel keine Kosten für bereits diagnostizierten Behandlungsbedarf oder laufende Behandlungen“, schränkt Ziller ein. Eine professionelle Zahnreinigung ist hingegen in vielen Tarifen enthalten. „Sie ist allerdings auch eine häufige Zusatzleistung der gesetzlichen Krankenkassen“, so Ziller.

Rein ästhetische Eingriffe spielen hingegen nur eine geringe Rolle für den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung. Nur jeder Zehnte erwartet in Zukunft hohe Kosten durch eine Zahnaufhellung, acht Prozent rechnen mit Ausgaben für ästhetische Zahnkorrekturen. Bleaching gehört nur für jeden Fünften zu den sehr wichtigen oder wichtigen Leistungen.

Was der Versicherer am Ende zahlt, hängt stets vom ausgewählten Tarif ab. Während manche Anbieter nur für Zahnersatz aufkommen, schließen andere Tarife auch Inlays, Beißschienen, Zahnreinigungen und Hypnosebehandlungen mit ein. Entscheidend ist hier wie so häufig das Kleingedruckte. Wann sich eine Zahnzusatzversicherung für Sie lohnt, können Sie hier nachlesen.

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