„Immer die gleichen Leute“
Dagmar Frederic kritisiert Schlagershows
15.03.2026 – 19:03 UhrLesedauer: 3 Min.

Dagmar Frederic übt deutliche Kritik an der Gästepolitik großer Schlagershows – und verteidigt im Gespräch mit t-online Moderatoren wie Florian Silbereisen.
Musikerin und Moderatorin Dagmar Frederic nimmt kein Blatt vor den Mund. Wenn die 80-Jährige über die großen Samstagabendshows spricht, klingt da Wehmut mit – aber auch Gelassenheit. „Natürlich sind es in den großen Fernsehsendungen oft immer die gleichen Leute. Das ist schade“, sagt sie im Gespräch mit t-online. Ein Satz, der im Schlagergeschäft nachhallt.
Seit Längerem wird darüber diskutiert, ob klassische ARD-Schlagerformate zu wenig musikalische Vielfalt bieten. Kritiker bemängeln immer wieder, dass sich die Gästelisten stark ähneln und viele Künstler kaum berücksichtigt werden. Frederic kennt diese Debatte. „Natürlich hat man da auch mal Frust oder lästert im Kollegenkreis über die Entscheidungen“, sagt sie offen. Doch Bitterkeit klingt nicht durch. „Aber ich bin da niemandem böse.“
Die Entertainerin, die schon zu DDR-Zeiten zu den bekanntesten Gesichtern der Fernsehunterhaltung gehörte und unter anderem bei „Ein Kessel Buntes“ ein Millionenpublikum erreichte, weiß, wie sehr TV-Präsenz Karrieren prägen kann. Auch nach der Wende blieb sie gefragt und trat weiterhin in großen Shows auf. „Ich hatte letztes Jahr mein 65-jähriges Bühnenjubiläum und habe in meinem Leben noch nie ein schwarzes Loch erlebt“, sagt sie. „Auch nach der Wende ging es für mich immer weiter.“
Besonders deutlich wird Frederic, wenn es um die Verantwortung für die Gästelisten in den Fernsehshows geht. Regelmäßig geraten Moderatoren wie Florian Silbereisen oder Giovanni Zarrella in die Kritik, wenn fehlende Abwechslung bemängelt wird. Für Frederic ist das ungerecht. „Mir tut es eher leid, dass am Ende immer die Moderatoren öffentlich dafür bestraft werden“, sagt sie. „Das sind Entscheidungen der Redaktionen, nicht der Künstler. Die, die dort stehen, können dafür nichts.“
Eine klare Botschaft – und eine, die den Blick hinter die Kulissen lenkt. Denn über Konzepte, Quotenstrategien und Besetzungen entscheiden Redaktionen und Senderverantwortliche. Frederic vermeidet persönliche Angriffe und beschreibt stattdessen strukturelle Abläufe. Und sie bleibt selbstbewusst. „Ich brauch‘ die nicht, und wenn sie meinen, sie brauchen mich auch nicht, dann ist es so.“ Ein Satz, der weniger trotzig als vielmehr souverän klingt.










