Abschied nach Jahrzehnten
Christiane Amanpour trennt sich von CNN
19.10.2026 – 23:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Sie war jahrzehntelang das Gesicht von CNN. Nun hat Christiane Amanpour ihren Abgang angekündigt – und nennt dafür klare Gründe.
Christiane Amanpour verlässt den amerikanischen Nachrichtensender CNN. Die 68-jährige Journalistin gab am Montag ihren Abgang nach rund 43 Jahren bekannt. Ihre letzte Sendung soll im Juni 2027 ausgestrahlt werden.
Amanpour erklärte, sie habe nach „einigen schlaflosen Nächten“ die Entscheidung getroffen, sich von CNN zu trennen. Sie wolle „kompromisslos unabhängig“ bleiben. Das sei heute besonders wichtig, da Journalistinnen und Journalisten beispiellos unter Druck seien – „politisch, finanziell und auch durch die wachsenden Gefahren im Einsatz“. Bis zu ihrem Abgang werde ihre tägliche Nachrichtensendung auf einmal pro Woche reduziert. Auf künftige Projekte freue sie sich, und sie werde „CNN immer die Daumen drücken“. Ihren Kolleginnen und Kollegen gab sie mit auf den Weg: „Denken Sie daran: Seien Sie immer wahrhaftig, nicht neutral.“
Übernahme als Hintergrund
Als Hintergrund für Amanpours Entscheidung gilt offenbar die Übernahme der CNN-Mutter Warner Bros. durch den Medienkonzern Paramount Skydance. Dessen Vorsitzender David Ellison soll US-Präsident Donald Trump nahestehen. Seitdem gibt es Befürchtungen, der Trump-kritische Sender könne zerschlagen oder auf Linie gebracht werden.

Die britisch-iranische Journalistin wurde durch ihre Berichterstattung über den Golfkrieg 1991 international bekannt. Zuvor hatte sie ab 1989 aus Deutschland über den Mauerfall berichtet. In den folgenden Jahrzehnten interviewte sie ranghohe Politiker aus aller Welt und berichtete aus Krisengebieten wie dem Irak, Afghanistan, Pakistan, Somalia, Ruanda und dem Balkan. In den USA wurde sie mehrfach mit dem Emmy Award ausgezeichnet, in Großbritannien erhielt sie den höchsten Verdienstorden Order of the British Empire.
CNN-Chef Mark Thompson würdigte Amanpour „für 43 außergewöhnliche Jahre bemerkenswerter journalistischer Arbeit, Loyalität und Freundschaft“. Er bedauere sehr, sie gehen zu sehen, es sei aber „für sie sowohl persönlich als auch beruflich der richtige Zeitpunkt“.