Energiedominanz

China erwägt Exportstopp für Solaranlagen


Aktualisiert am 16.04.2026 – 12:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein riesiges Solarfeld in China: Peking erwägt wohl einen Exportstopp für moderne Technik. (Quelle: IMAGO/ZHANG JINGANG / Avalon/imago)

Fast 90 Prozent aller Solaranlagen in Deutschland kommen aus China. Dort denkt man nun wohl über einen Exportstopp nach, um Patente zu schützen.

China erwägt Insidern zufolge, die Ausfuhr moderner Solartechnologie zu beschränken und so seine Vormachtstellung in diesem Bereich zu sichern. Dies sagten fünf mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein solcher Schritt würde sich vor allem gegen die USA richten, wo Unternehmen wie der Elektroautobauer Tesla
den Aufbau eigener Solarfabriken planen.

In der chinesischen Solarbranche wächst dem Bericht zufolge die Sorge, dass US-Unternehmer wie Elon Musk die derzeitige Überkapazität in China ausnutzen könnten, um günstig an Ausrüstung und Fachwissen zu gelangen. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehe Ausrüstung zur Herstellung hocheffizienter Solarzellen, die auf der sogenannten Heterojunction-Technologie (HJT) basieren. Den Insidern zufolge haben Behördenvertreter bereits Gespräche mit dem Anlagenbauer Suzhou Maxwell Technologies geführt. Die Maßnahme würde die Exportkontrollen auf einen weiteren Technologiebereich ausweiten, in dem China führend ist.

Sollten die Exportbegrenzungen flächendeckend wirken, würde das auch Europa hart treffen. Fast 90 Prozent der in Deutschland installierten Solaranlagen kommen aus China.

Reuters hatte vergangenen Monat berichtet, dass Tesla den Kauf von Ausrüstung zur Solarmodulherstellung im Wert von 2,9 Milliarden Dollar von chinesischen Zulieferern wie Suzhou Maxwell plant. Suzhou Maxwell hat bereits die Exportgenehmigung beim Handelsministerium beantragt. Musk erklärte, Solarenergie könne den gesamten Strombedarf der USA decken, und Tesla verfolge das Ziel, bis 2028 eine Solarmodulproduktionskapazität von 100 Gigawatt in den USA aufzubauen.

In einer Analyse des auf die chinesische Regierungspolitik spezialisierten Marktforschungsunternehmens Trivium China hieß es diesen Monat: „Ein Erfolg Teslas bei seinen Bemühungen könnte sich für Chinas weltweit führende Solarmodulhersteller als Albtraum erweisen“. Die Hersteller würden nicht nur einen wichtigen potenziellen Kunden verlieren, sondern stünden auch vor der Herausforderung, in einer Zeit, in der sie bereits unter enormem finanziellen Druck stünden, hieß es weiter. „Peking wird nicht tatenlos zusehen, wie seine Industrieführer unbeabsichtigt die Industriepolitik rivalisierender Länder unterstützen.“

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