Sich koscher zu ernähren, ist komplizierter als es scheint. Denn es gibt viele verschiedene Regeln. Die wichtigsten fünf Punkte lauten:

  1. Fleisch von Säugetieren, die gespaltene Hufe haben und Wiederkäuer sind, darf gegessen werden, genauso wie Geflügelfleisch. Schweinefleisch ist dagegen verboten.
  2. Das Tier muss auf koschere Weise geschlachtet worden sein.
  3. Milchprodukte sind erlaubt, dürfen aber nicht zusammen mit Fleisch gekocht oder verzehrt werden.
  4. Fischarten mit Schuppen und Flossen sind erlaubt, Schalentiere verboten.
  5. Frisches Obst und Gemüse ist erlaubt.

Übersicht: Was erlaubt und was verboten ist

Die nachfolgende Tabelle gliedert die gängigsten Lebensmittel etwas detailreicher in koscher und nicht koscher, also trefe:

Koscher Nicht koscher
Fleisch von Rindern, Ziegen, Schafen, Rehen Fleisch von Schweinen, Pferden, Kamelen, Nagetieren
Geflügelfleisch von Hühnern, Puten, Enten, Gänsen Fleisch von Straußvögeln, Raubvögeln
Fisch wie Lachs, Forelle, Hering, Kabeljau, Flunder, Karpfen, Heilbutt, Makrele, Thunfisch Schalentiere, Aal, Wels, Pangasius, Seeteufel
Milchprodukte von koscheren Tieren (Sahne, Butter, Joghurt, Weichkäse) Käse mit tierischem Lab
Säfte mit hundert Prozent Fruchtgehalt Traubensaft
Eier von koscheren Tieren Insekten, Würmer, Reptilien und Amphibien
Obst und Gemüse Zusatzstoffe wie Tierfette, Gelatine, Emulgatoren
Getreide, Mehl, Zucker, Salz

Grenzfälle: Nur unter rabbinischer Aufsicht

Wer streng nach jüdischem Glauben leben möchte, achtet bei bestimmten Lebensmitteln und Produkten darauf, dass sie unter rabbinischer Aufsicht hergestellt worden sind. Das liegt zum einen an den strengen Regeln der jüdischen Speisegesetze und zum anderen an der heutigen industriellen Erzeugung, die das Prädikat „koscher“ nicht immer garantieren kann.

Das gilt in erster Linie für Fleischprodukte, aber beispielsweise auch für Wein, Käse, Milch und Eier. In den USA sind koschere Produkte häufig mit Hinweisen versehen, was eine koschere Lebensweise einfacher macht.

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Regeln am Passahfest: Koscher und ungesäuert

Einen Sonderfall stellt das Passahfest im Frühling dar, das an den Auszug des israelischen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten erinnert. Etwa eine Woche vor dem eigentlichen Fest werden sämtliche Getreideprodukte aus der Wohnung entfernt. Außerdem wird die Wohnung gründlich geputzt.

Am Vorabend des Passahfestes, dem Seder, werden die traditionellen ungesäuerten Brotfladen Matze gegessen. Ungesäuertes Brot symbolisiert das elende Sklavenleben in Ägypten. Als typisches Gericht für Passah gelten außerdem die koscheren „Pessach Blintzes“, gefüllte Pfannkuchen aus ungesäuertem Brot.

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