Caravan Salon 2026

Der Abschied vom Wohnwagen hat begonnen


30.06.2026 – 13:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Trendwende auf dem Campingplatz: Immer mehr Deutsche setzen auf flexible Reisemobile statt auf klassische Wohnwagen. (Quelle: Kickner/imago-images-bilder)

Wohnwagen verlieren Käufer, erste Hersteller ziehen einschneidende Konsequenzen. Auf dem Caravan Salon 2026 wird die Veränderung sichtbar. Dafür rückt ein neuer Trend weiter in den Vordergrund.

Während Reisemobile gefragt bleiben, geraten Wohnwagen zunehmend unter Druck. Erste Hersteller ziehen Konsequenzen und stellen ganze Modellreihen ein. Der Caravan Salon in Düsseldorf zeigt, wie sich der Markt verändert.

Eine Branche zwischen Boom und Flaute

Die Zulassungszahlen der ersten fünf Monate 2026 zeigen eindeutig: Reisemobile bleiben auf Erfolgskurs. Mit 37.000 Neuzulassungen legten sie um 1,4 Prozent zu. Wohnwagen hingegen verzeichneten einen Rückgang und kamen auf nur noch 8.800 Einheiten. Insgesamt sank der Markt für Freizeitfahrzeuge um 0,7 Prozent auf 45.800 verkaufte Fahrzeuge.

Günstig, flexibel, selbstgemacht: Campervans und Kastenwagen erobern den Caravan Salon. (Quelle: IMAGO/bruno kickner)

Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Rückgang bei den Wohnwagen abgeschwächt. 2025 lag das Minus noch bei 13,4 Prozent, 2026 bislang bei 8,4 Prozent. Hersteller wie Bürstner ziehen dennoch Konsequenzen: Das Unternehmen stellt die Produktion von Caravans ab dem Modelljahrgang 2027 vollständig ein. Auch innovative Modelle wie der Dethleffs Coco oder die Hobby-Beachy-Reihe konnten den Abwärtstrend bislang nicht stoppen.

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Warum Reisemobile gefragt sind

Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des Caravaning-Verbandes CIVD, sieht den Wohnwagenmarkt am Tiefpunkt angekommen. Reisemobile profitieren dagegen vom Wunsch vieler Urlauber nach mehr Flexibilität und besser planbaren Reisekosten.

„Gerade in einer Zeit, die von Unsicherheit und schnellen Veränderungen geprägt ist, bietet Caravaning die Möglichkeit, Reisen individuell und kurzfristig anzupassen“, erklärt Onggowinarso den Wandel.

Lieber aufs Dach als in den Anhänger: Günstige Alternativen verdrängen den Wohnwagen. (Quelle: Cavan Images/imago-images-bilder)

Der Caravan Salon reagiert auf die Entwicklungen in der Branche. Im Mittelpunkt stehen geländegängige Fahrzeuge und Dachzelte für Abenteuerlustige. Eine Sonderschau zum Fahrzeug-Selbstausbau richtet sich an Individualisten, die ihre Reisemobile selbst gestalten möchten. Ergänzend dazu gibt es eine Starter-Welt für Einsteiger und ein Traumtouren-Kino, das Inspiration für zukünftige Reisen bietet.

Die Messe zeigt: Die Zukunft gehört flexiblen Fahrzeugen und kreativen Köpfen, die aus wenig viel machen. Caravaning wird individueller, günstiger und selbstbestimmter. Zumindest für die Kunden ist das ein guter Trend.

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