Wal-Experte besorgt

Rettungsversuch: „Keine gute Sache“

17.04.2026 – 16:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Der gestrandete Buckelwal: Ein Walexperte glaubt nicht an den Erfolg der neuen Rettungsaktion. (Quelle: Bodo Marks/dpa/dpa-bilder)

Der gestrandete Buckelwal reagiert auf die Helfer – und bewegt sich sogar. Laut einem Wal-Experten muss das kein positives Zeichen sein.

Seit Donnerstag läuft ein neuer Rettungsversuch des in der Ostsee gestrandeten Buckelwals – diesmal von privaten Geldgebern finanziert und ohne eine staatliche Beteiligung bei der Planung. Am Freitagvormittag dann eine erste Reaktion des Tieres: Das Tier reagierte auf einen Taucher und schlug heftig mit der Schwanzflosse. Zudem drehte es sich um beinahe 90 Grad, wie in Livestreams zu sehen war.

Wal-Experte Fabian Ritter vom gemeinnützigen Verein MEER e. V. für Meeresschutz ist sich nicht sicher, ob das ein positives Zeichen ist. Er erklärte der „Bild“-Zeitung, dass die Bewegungen des Wals vieles bedeuten könnten. Erst die kommenden Tage würden einen Aufschluss geben. Die Bewegungen könnten auch auf das baldige Ende des Todeskampfes des Meeressäugers schließen lassen.

Im Video | Buckelwal Timmy dreht sich

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Quelle: t-online

Weiter erklärte Ritter: „Er merkt natürlich, da sind Leute im Wasser, da fahren Boote, da passiert was. Man muss leider davon ausgehen, dass das für ihn tatsächlich auch Stress bedeutet, was in seinem Zustand keine gute Sache ist.“

Generell steht der Experte dem erneuten Rettungsversuch kritisch gegenüber: „Ich hoffe, dass ich nicht damit recht habe. Aber ich gebe dem Wal bei dieser Bergungsaktion keine oder kaum eine Chance.“ Er fügte hinzu: „Der Wal ist insgesamt auf keinen Fall ein guter Kandidat für eine Bergungsaktion.“

Auch andere Wal-Experten sind ähnlicher Meinung wie Ritter. Umweltschützer von Greenpeace und dem Deutschen Meeresmuseum hatten in den vergangenen Wochen mehrfach erklärt, dass das Tier schwer krank und eine erfolgreiche Rettung des Wals unwahrscheinlich sei.

Das Tier soll nach dem neuen Plan auf einer Plane zwischen zwei Pontons in Richtung Nordsee transportiert werden. Dazu muss das Tier mit Luftkissen angehoben werden, wofür wiederum zuvor Schlick weggespült werden muss. Die Pontons sollen von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden.

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