Ab 30 und ab 50
Brustkrebs-Früherkennung – wichtige Untersuchungen im Überblick
Aktualisiert am 24.06.2026 – 07:35 UhrLesedauer: 5 Min.
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Um Brustkrebs in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen, können Frauen ab 30 sogenannte Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Welche Untersuchungen zur Brustkrebs-Früherkennung es gibt, lesen Sie im Folgenden.
Was ist Brustkrebs?
Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut (RKI) zufolge ist Brustkrebs mit zuletzt rund 74.500 Neuerkrankungen die mit Abstand häufigste Krebserkrankung der Frau. Brustkrebs, medizinisch Mammakarzinom genannt, ist eine bösartige Tumorerkrankung, die in der Brustdrüse entsteht.
Der Tumor bildet sich aus entarteten Zellen des Brustgewebes. Diese teilen sich unkontrolliert und wachsen schließlich zu einem bösartigen Tumor heran. Die meisten Brustkrebserkrankungen entstehen in den Milchgängen. Seltener wächst der Tumor in den Drüsenläppchen der Brust. Ohne Behandlung kann der Tumor in das umliegende Gewebe eindringen und sich in andere Körperbereiche ausbreiten (Metastasenbildung).
Wichtiger Hinweis
Die hier beschriebenen gesetzlichen Programme zur Brustkrebs-Früherkennung in Deutschland richten sich an Frauen ohne Beschwerden oder besondere Risikofaktoren. Für Frauen, deren Brustkrebsrisiko erhöht ist (etwa aufgrund einer genetischen Veränderung), gelten andere Empfehlungen: Sie können sich häufiger untersuchen lassen und teils andere Verfahren in Anspruch nehmen.
Wann haben Frauen ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs?
Bei der Entstehung von Brustkrebs spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren gehören:
- Alter: Das Alter ist einer der stärksten Risikofaktoren. Mit zunehmendem Alter steigt das Brustkrebsrisiko kontinuierlich an. Mehr als die Hälfte der Frauen mit Brustkrebs ist älter als 60 Jahre, wenn die Erkrankung diagnostiziert wird.
- Genetische Veranlagung: Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko besteht, wenn nahe Verwandte – Mutter, Schwester oder Tochter – an Brustkrebs oder Eierstockkrebs erkrankt sind. Etwa fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle werden durch vererbte Genmutationen verursacht. Sie betreffen vor allem die Gene BRCA-1 oder BRCA-2. Etwa 45 bis 65 Prozent aller Frauen mit diesen Genveränderungen erkranken vor ihrem siebzigsten Lebensjahr.
- Brustgewebedichte: Frauen mit dichtem Brustgewebe, also viel Drüsen- und Bindegewebe, aber wenig Fettgewebe, haben ein etwas höheres Brustkrebsrisiko als Frauen mit geringer Brustgewebedichte. Gleichzeitig ist dichtes Brustgewebe in Mammografien schwerer zu beurteilen.
- Frühere Brusterkrankungen: Frauen, die bereits an Brustkrebs erkrankt waren oder Vorstufen von Brustkrebs hatten, haben ein erhöhtes Risiko für eine erneute Erkrankung.
- Hormonelle Faktoren: Hormone können beeinflussen, wie sich Krebszellen vermehren. Eine frühe erste Menstruation vor dem zwölften Lebensjahr sowie eine späte Menopause nach dem 55. Lebensjahr erhöhen das Risiko leicht.
Beeinflussbare Risikofaktoren für Brustkrebs
Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren von Brustkrebs gehören:
- Übergewicht und Adipositas: Übergewicht erhöht das Brustkrebsrisiko. Wie stark das jeweilige Krebsrisiko durch Übergewicht erhöht ist, hängt auch von Alter und Geschlecht ab.
- Bewegungsmangel: Frauen, die sich regelmäßig bewegen, senken ihr Brustkrebsrisiko. Die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) empfiehlt etwa drei bis fünf Stunden schnelles Spazierengehen pro Woche oder eine vergleichbar anstrengende körperliche Betätigung.
- Alkoholkonsum und Rauchen: Zu den vielen gesundheitlichen Risiken von Alkohol und Rauchen gehört für Frauen auch ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Darüber hinaus steigt auch für weitere Tumorarten das Krebsrisiko. Laut dem Krebsinformationsdienst (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) erkranken in Deutschland möglicherweise rund sieben von 100 Brustkrebspatientinnen aufgrund von übermäßigem Alkoholkonsum.
- Ernährung: Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass rund 30 Prozent aller Krebsfälle in den westlichen Ländern auf ungünstige Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zurückzuführen sind. Eine Ernährung mit viel rotem Fleisch und verarbeiteten Lebensmitteln erhöht das Risiko.
- Hormonersatztherapie: Die Langzeitanwendung einer Hormonersatztherapie nach den Wechseljahren erhöht das Brustkrebsrisiko leicht. Das Risiko sinkt nach dem Absetzen wieder ab.
- Kinderlosigkeit und späte Schwangerschaften: Frauen, die nie Kinder bekommen oder erst spät schwanger werden, haben ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko.
Brustkrebs früh erkennen – zwei Untersuchungen zahlen die Kassen
Die Krankenkassen zahlen zwei Untersuchungen zur Brustkrebs-Früherkennung:
- die Tastuntersuchung der Brust ab 30
- die Röntgenuntersuchung der Brust (Mammografie) ab 50
Zudem ist regelmäßiges Selbstabtasten der Brust empfohlen. Eine Anleitung hierfür gibt der Frauenarzt oder die Frauenärztin an die Patientin weiter.
Wann ist welche Untersuchung empfohlen?
Die Vorsorgeempfehlungen unterscheiden sich je nach Alter und Risikoprofil:
Frauen unter 40 Jahren ohne erhöhtes Risiko:
- jährliche ärztliche Tastuntersuchung durch den Frauenarzt oder die Frauenärztin
- regelmäßige Selbstabtastung
