Nimmt kaum Zeit in Anspruch

Alltagsaktivität kann laut Studie das Leben verlängern


18.08.2026 – 15:37 UhrLesedauer: 3 Min.

Wer seinen Alltag klug gestaltet, kann ganz nebenbei für mehr Bewegung sorgen. (Quelle: VioletaStoimenova/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Eine Auswertung von knapp 2.000 Studien kommt zu dem Schluss: Eine einfache Gewohnheit könnte die Herzgesundheit fördern – und zwar beträchtlich.

Es kostet nichts, dauert nicht lange und man muss sich nicht einmal dafür umziehen: Treppensteigen gehört zu den körperlichen Aktivitäten, die sich am einfachsten in den Alltag integrieren lassen, zumindest für Menschen mit gesunden Beinen und intaktem Gleichgewichtssinn. Doch wie viel bringt diese kurze Anstrengung wirklich?

Mit dieser Frage beschäftigen sich Wissenschaftler schon eine ganze Weile. Die Antworten fielen je nach Studie recht unterschiedlich aus. Nun hat ein britisches Forschungsteam neun Untersuchungen zu diesem Thema ausgewertet. Die Befunde zeigen: Regelmäßiges Treppensteigen ist mit einem um 39 Prozent niedrigeren Risiko verbunden, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Auch das allgemeine Sterberisiko lag um 24 Prozent niedriger.

Was genau wurde untersucht?

Bei der aktuellen Studie handelt sich um eine sogenannte Meta-Analyse. Das ist eine Untersuchung, bei der die Ergebnisse mehrerer einzelner Studien gemeinsam ausgewertet werden. Dadurch lässt sich ein größerer Datenbestand betrachten als in einer einzelnen Untersuchung.

Die Forscher fanden in wissenschaftlichen Datenbanken zunächst 1.873 Arbeiten zum Thema Treppensteigen und Herz-Kreislauf-Gesundheit. Neun davon passten am Ende zu ihrer Fragestellung, oder zumindest in etwa. Denn die verschiedenen Studien hatten sich dem Thema Treppensteigen auf unterschiedliche Weise genähert. In manchen wurden die Teilnehmer gefragt: Wie viele Treppen oder Stockwerke steigen Sie am Tag oder in der Woche? In anderen wollten die Forscher von ihnen wissen: Können Sie mehrere Treppen ohne Pause bewältigen?

Gemein war ihnen, dass die Angaben der Teilnehmer mit deren späterer Gesundheit in Beziehung gesetzt wurde. Beispielsweise prüften sie, ob häufigeres Treppensteigen mit einem geringeren Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Herzschwäche zusammenhing. Oder es wurde ermittelt, ob Menschen, die häufiger oder leichter Treppen stiegen, seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben – oder insgesamt ein geringeres Sterberisiko hatten.

Zusammen lieferten die ausgewählten Untersuchungen Daten von 480.479 Menschen im Alter zwischen 35 und 84 Jahren. 53 Prozent davon waren Frauen. Die Teilnehmer unterschieden sich auch gesundheitlich: Einige hatten zu Beginn keine bekannten Herzprobleme, andere bereits Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder entsprechende Risikofaktoren.

Im Mittel verfolgten die Studien die Teilnehmer rund 14 Jahre lang. So konnten die Forscher untersuchen, ob sich Unterschiede beim Treppensteigen über viele Jahre hinweg in der Häufigkeit von Erkrankungen und Todesfällen widerspiegelten.

Der deutlichste Effekt zeigte sich beim Sterberisiko

Die Meta-Analyse zeichnet ein recht eindeutiges Gesamtbild: Menschen, die häufiger oder besser Treppen steigen konnten, hatten im weiteren Verlauf ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einen vorzeitigen Tod.

Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei der Sterblichkeit. In fünf Studien mit insgesamt 455.619 Teilnehmern lag das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, bei Treppensteigern um 39 Prozent niedriger. Das allgemeine Sterberisiko war um 24 Prozent geringer.

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