Warn-App NINA ausgelöst

Wiederkehrender Gestank im Kölner Süden – Städte schalten sich ein


12.07.2026 – 13:51 UhrLesedauer: 2 Min.

Shell-Raffinerie in Köln (Archivbild): Zuletzt kam übel riechender Geruch von der Raffiniere. Ob das Unternehmen gernell für die häufigen Geruhsbelästigungen verantwortlich ist, ist nicht klar. (Quelle: Vincent Kempf)

Im Kölner Süden und den angrenzenden Städten klagen Anwohner seit Wochen über beißenden Chemiegeruch. Jetzt drängen Brühl und Hürth die Behörden, den Verursacher rasch zu finden.

Seit Wochen häufen sich rund um Köln Beschwerden über unangenehme chemische Gerüche. Besonders betroffen sind neben Teilen des Kölner Südens die Städte Brühl und Hürth. Marc Prokop, Bürgermeister der Stadt Brühl und der Bürgermeister der Stadt Hürth, Dirk Breuer, fordern nun von den zuständigen Behörden, die Ursache der wiederkehrenden Geruchsbelästigungen schnell zu ermitteln.

Nach Angaben der beiden Stadtverwaltungen gehen seit Wochen zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung ein. Auch Reporter vor Ort nahmen in der Vergangenheit vermehrt einen üblen Chemiegeruch im Süden Kölns wahr. Hürth und Brühl haben sich deshalb an die Bezirksregierung Köln und den Rhein-Erft-Kreis gewandt. Beide Behörden sind für den Immissionsschutz zuständig.

Übler Geruch im Kölner Süden: Warn-App ausgelöst

Zuletzt warnte die Feuerwehr Kölner über die Warn-App NINA am vergangenen Montag (6. Juli) vor Geruchsbelästigung. Menschen in Sürth, Porz und Langel wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungsanlagen auszuschalten.

Als möglicher Ausgangspunkt galt das Shell-Werk im Kölner Stadtteil Godorf. Die Feuerwehr war gemeinsam mit der Werksfeuerwehr im Einsatz und überprüfte die Luftqualität mit Messgeräten. Eine akute Gesundheitsgefahr bestand nach Angaben der Einsatzkräfte nicht. Ein Zwischenfall auf dem Werksgelände wurde ebenfalls nicht festgestellt.

Ob der damalige Einsatz mit den nun gemeldeten Geruchsbelästigungen in Brühl und Hürth zusammenhängt, ist bislang nicht bekannt.

Geruchsbelästigung: Behörden sollen Verursacher ausfindig machen

Die Bezirksregierung Köln und der Rhein-Erft-Kreis seien nur aufgefordert, die Ermittlungen mit Nachdruck fortzuführen, mögliche Verursacher ausfindig zu machen und dafür zu sorgen, dass die Gerüche dauerhaft verschwinden, wie es in einer Mitteilung heißt.

„Die Menschen erwarten zu Recht, dass die Ursache festgestellt und die Geruchsbelästigungen beendet werden“, erklärten Prokop und sein Hürther Breuer. Die Behörden müssten alle nötigen Schritte unternehmen, um mögliche Verursacher zu identifizieren.

Ähnliche Beschwerden gab es schon früher

Prokop und Breuer erinnern daran, dass es bereits vor einigen Jahren vergleichbare Probleme gegeben habe. Damals seien umfangreiche Ermittlungen nötig gewesen, bevor mehrere Verursacher identifiziert werden konnten.

Die anschließend eingeleiteten Maßnahmen hätten zu einer deutlichen Verbesserung geführt. Für die beiden Bürgermeister zeige das, dass konsequente Nachforschungen durchaus erfolgreich sein können.

„Deshalb erwarten wir, dass alles darangesetzt wird, die Ursache schnell zu ermitteln und die Geruchsbelästigungen dauerhaft zu beseitigen“, heißt es in ihrer gemeinsamen Erklärung weiter.

Betroffene können auffällige Gerüche weiterhin bei den Städten melden. In Brühl ist dies per E-Mail an dialog@bruehl.de möglich, in Hürth unter servicestelle@huerth.de. Die Meldungen werden anschließend an die Bezirksregierung Köln weitergeleitet.

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