Wie geht es mit dem Trainer weiter?
„Mausetot“: Gladbach ist von der Abstiegsangst wie gelähmt
20.04.2026 – 12:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Borussia Mönchengladbach zählt zu den größten Klubs der Bundesliga. Das bewahrt die „Fohlen“ aber nicht vor dem Abstiegskampf.
Wieder eine Führung, wieder kein Sieg. Zum dritten Mal in den vergangenen vier Spielen bringt Borussia Mönchengladbach einen Vorsprung nicht über die Zeit. Was dem Team von Trainer Eugen Polanski bereits im Derby gegen Köln (3:3) und eine Woche später gegen Heidenheim (2:2) passiert war, wiederholte sich am gestrigen Sonntag gegen Mainz (1:1). Ein gegnerischer Elfmeter in der Nachspielzeit verlängerte die Sieglos-Serie auf vier Spiele.
Nach dem Spiel war die Enttäuschung ob des späten Nackenschlags groß. Die Art und Weise des Auftretens verstärkte den Frust in Gladbach. Denn die Borussia agierte sehr passiv – und das in einem Heimspiel. „Gefühlt waren wir mausetot auf dem Platz“, sagte Torhüter Moritz Nicolas über die letzte halbe Stunde, als die Borussia nur noch indiskutable 20 Prozent Ballbesitz hatte. Seine Vorderleute spielten wie von der Abstiegsangst gelähmt.
Trainer Eugen Polanski war im Herbst angetreten, um Gladbach offensiveren und attraktiveren Fußball spielen zu lassen. Zuletzt war davon aber nichts mehr zu sehen. Gladbach fiel vor allem durch einen sehr defensiven und auf Kompaktheit ausgerichteten Spielstil auf. Dass der dann Gegentore wie gegen Mainz nach sich zieht, überrascht Sportchef Rouven Schröder nicht. „Jeder weiß: Wenn du dich einigelst, wird es auf Dauer nicht reichen.“ Nur 38 Prozent Ballbesitz wies die Statistik am Sonntagabend aus.
Polanski wiederum sagte, dass er „nie das Gefühl hatte, dass wir ein Gegentor kassieren“. Der Trainer hatte offenbar eine andere Interpretation als sein Chef. Nur zwei der vergangenen 14 Spiele konnte Gladbach gewinnen, den letzten Auswärtssieg gab es Anfang Dezember. An Polanskis Job will der Sportchef aber nicht rütteln. „Eugen ist unser Trainer. Und Eugen wird uns über den Strich führen. Er ist der Letzte, der nicht mit Borussia erfolgreich sein will“, stellte Schröder klar.
Dafür muss Gladbach dringend punkten. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt zwar fünf Punkte. Doch am kommenden Samstag muss die Borussia nach Wolfsburg. Der VfL, aktuell Vorletzter, könnte den Rückstand auf Gladbach auf vier Punkte verkürzen und den Druck auf Polanskis Elf erhöhen.
