Proteste gegen AfD-Parteitag
Dann wird klar: Der Plan ist gescheitert
Aktualisiert am 04.07.2026 – 13:44 UhrLesedauer: 5 Min.
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Zahlreiche Straßenblockaden sollten den Beginn des AfD-Parteitags in Erfurt hinauszögern. Das klappte nicht, viele sprechen trotzdem von einem Erfolg.
Julian Alexander Fischer berichtet aus Erfurt
Auf der Bühne spielt „Tuba Libre“ Jazzversionen bekannter Klassiker, davor sitzen vereinzelte Grüppchen auf dem Parkplatz des Thüringer Messegeländes. Manche haben sich vor Erschöpfung auf den Asphalt gelegt, andere diskutieren angeregt über die Geschehnisse des Morgens – und ob das zuvor Erlebte als Erfolg bewertet werden kann.
Es sollte eine Aktion von nie dagewesenem Ausmaß werden. Nachdem bereits Tausende die vergangenen Parteitage der AfD und ihrer Jugendorganisation Generation Deutschland blockiert und für erhebliche Verzögerungen beim Ablauf gesorgt hatten, sollte in Erfurt alles noch größer werden.
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Seit Monaten hatte das Bündnis „Widersetzen“ in der thüringischen Landeshauptstadt gegen den Parteitag mobilisiert und nach eigenen Angaben an über 20.000 Türen geklingelt. Über 30 Demonstrationen waren von verschiedenen Akteuren der Zivilgesellschaft angemeldet worden. Mehr als 200 Busse aus dem gesamten Bundesgebiet kamen extra für die Proteste nach Erfurt. Über 50.000 Teilnehmer wurden erwartet.
Die hohen Erwartungen konnten die Protestierenden allerdings letztlich nicht erfüllen. Zwar hatten sie am frühen Morgen sämtliche Zufahrtsstraßen zeitweise blockiert – der Parteitag begann dennoch pünktlich. Und auch die Zahl der Protestteilnehmer blieb deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Die meisten Organisatoren zeigen sich dennoch zufrieden.
Zwölf große Blockaden vor AfD-Parteitag
„Widersetzen“-Sprecherin Lola Mehring freut sich über den Zuspruch: „Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Es ist unfassbar, wie viele Leute da sind.“ Laut Polizei waren es letztlich 15.000 bis 20.000 Demonstranten, die Veranstalter gehen dagegen von den erwarteten 50.000 aus, davon 17.000 in der Blockade.
Als Mehring das sagt, ist sie gerade mit einem Demonstrationszug Richtung Messegelände gestartet. Die monatelange Vorbereitung zahle sich aus. Sie habe viel positive Rückmeldung erhalten. Die vorigen Gespräche an den Haustüren und die Erlebnisse des Tages machen ihr Mut für die anstehende Landtagswahl in ihrer Heimat Sachsen-Anhalt, wo die AfD eine absolute Mehrheit erringen könnte.

Um 5 Uhr morgens beginnen die ersten Versammlungen, die Stimmung ist da noch entspannt. Die Teilnehmer decken sich mit Kaffee, Wasser und Snacks ein, dann macht sich vom Hauptbahnhof der erste Demonstrationszug auf den Weg Richtung Messegelände, wo der Parteitag stattfindet. „Alerta, alerta, antifascista!“ hallt es über den Bahnhofsvorplatz.










