Mammut-Prozess in Hamburg

Block verliest stundenlange Erklärung – mit klarer Botschaft

Aktualisiert am 26.08.2026 – 16:32 UhrLesedauer: 4 Min.

Christina Block (r.) mit ihrem Verteidiger Ingo Bott: Seit Monaten läuft in Hamburg der Mammut-Prozess um die Kindesentführung. (Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa-POOL/dpa/dpa-bilder)

Christina Block nimmt im Prozess um die Entführung ihrer Kinder noch einmal ausführlich Stellung. Dabei gibt sie tiefe Einblicke in Familienkonflikte und korrigiert sich in einigen Punkten.

Das Ende des Prozesses um die Entführung der Block-Kinder rückt näher, noch einmal will die angeklagte Mutter das Landgericht Hamburg von ihrer Unschuld überzeugen. Stundenlang verliest sie am Mittwoch mit gefasster Stimme eine weitere Erklärung.

Chronologisch geordnet geht sie zahlreiche Fragen und scheinbare Widersprüche durch, die sich im Laufe des Mammut-Verfahrens ergeben haben könnten. Sie korrigiert und ergänzt einige Punkte. Aber ihre Botschaft zur Aktion in der Silvesternacht 2023/24 bleibt klar: „Ich wusste nicht, dass so etwas geplant war.“

Christina Block neben Ingo Bott: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurden in der Silvesternacht 2023/24 zwei Kinder der Gastronomie-Unternehmerin von Dänemark nach Deutschland gebracht. (Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa)

Die 53-Jährige ist angeklagt, nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals 10-jährigen Sohn und die 13 Jahre alte Tochter vom Wohnort des Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Insgesamt gibt es in dem Prozess sieben Angeklagte. Darunter ist auch Blocks-Lebensgefährte Gerhard Delling, der Ex-Sportmoderator ist wegen Beihilfe angeklagt. Nur ein 37-Jähriger aus Israel hat die Vorwürfe eingeräumt. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Block: „Ich weiß doch, dass meine Kinder mich lieben“

Block hatte bereits im Juli 2025 eine umfangreiche Erklärung abgegeben. Darin hatte sie geschildert, wie der Vater den Jungen und das Mädchen im August 2021 nach einem Wochenendbesuch nicht zurückgebracht hatte und der Kontakt verloren ging. „Sie dürfen nicht vergessen, dass ich die Kinder seit zweieinhalb Jahren nicht gesehen hatte“, erklärt sie über das erste Wiedersehen mit ihrem Sohn und ihrer Tochter.

„Ich bin alles andere als ein perfekter Mensch und keine perfekte Mutter“, sagt Block. Doch die Kinder seien vor Sommer 2021 in Hamburg glücklich gewesen. Die spätere Ablehnung der Kinder sei auf den Einfluss des Vaters zurückzuführen, was dieser bestreitet. „Ich weiß doch, dass meine Kinder mich lieben.“

Sie berichtet, wie schön es war, ihren Sohn und ihre Tochter wieder in Hamburg zu haben. Am 5. Januar 2024 hatte sie die Kinder nach einer Hamburger Gerichtsentscheidung zu ihrem Ex-Mann zurückbringen lassen. In ihren Kalender trägt sie nach eigener Aussage an dem Tag ein: „Noch mal entrissen.“ Den Tränen nah bittet Block um eine kurze Pause.

Christina Block ist die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block (85). Der sei enttäuscht von ihr gewesen, dass es ihr trotz aller Bemühungen so viele Jahre nicht gelungen sei, die Kinder zurückzubekommen, erklärt die Unternehmerin. Sie habe sich geschämt. Ihr Vater habe die Haltung, „einfach alles besser zu wissen“.

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