Rückschlag für Bayerns Biertradition
300 Jahre alte Brauerei gibt auf
16.03.2026 – 13:27 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine bayerische Brauerei mit 300 Jahre alter Geschichte schließt. Damit setzt sich ein Trend fort, der die Vielfalt der bayerischen Biere bedroht.
Immer mehr kleine Brauereien in Bayern stellen den Betrieb ein. Nun schließt die Privatbrauerei Josef Lang in der niederbayerischen Gemeinde Jandelsbrunn nach drei Jahrhunderten. Die Gründe sind typisch für die Branche. Der geschäftsführende Gesellschafter Eugen Brühmüller gab der „Passauer Neuen Presse“ zufolge „mit großem Bedauern“ bekannt, den Betrieb bis Ende März schließen zu müssen.
Ehemals hochfürstlich, stellt die Brauerei bereits seit 1708 Bier her. 1998 übernahm die Familie des heutigen Geschäftsführers Brühmüller den Betrieb. Da dieser nun keinen Nachfolger und keine Nachfolgerin für sich finden kann, bleibt die Schließung der Brauerei Lang die einzige Option.
Die Brauerei in Jandelsbrunn ist kein Einzelfall: Seit 2019 haben 137 Braustätten in Bayern geschlossen. Im Januar 2026 hatte der Brauereibetrieb Schneider Weiße zwei kleinere Braustätten übernommen. Grund für den Trend ist der sinkende Bierkonsum in Deutschland sowie hohe Energiekosten für viele Betriebe.
Das Bier für die Jandelsbrunner wird künftig aus dem etwa 30 Kilometer entfernten Passau kommen. Der Chef der Passauer Brauerei Hacklberg, Stephan Marold, bestätigte der „PNP“, sein Betrieb könne den Kundenstamm übernehmen und werde zumindest den überwiegenden Teil ab April mit Bier beliefern. Brühmüller zeigte sich darüber erfreut:
„Uns ist es sehr wichtig, dass unsere langjährigen Kunden auch weiterhin auf einen bestmöglichen Service und eine breite Auswahl an hochwertigen Getränken zurückgreifen können“, ließ er in einer Mitteilung verlauten.
In Bayern hat Bier Tradition – und damit die zahlreichen kleinen Brauereien, die sich im Freistaat verteilen. Nahezu jede Region hat ihre eigene traditionelle Braustätte, einige davon sind über Landesgrenzen hinaus bekannt. So etwa die Münchner Biere Augustiner und Paulaner, das Weihenstephaner aus Freising und die namensgleichen Biere aus Bayreuth und Erding. Laut dem Bayerischen Brauerbund e.V. gab es 2025 588 Braustätten im Freistaat. Damit befinden sich 41,6 Prozent der deutschen Brauereien im flächengrößten Bundesland.











