Kein Investor gefunden
Grube Teutschenthal stellt Betrieb ein
03.11.2026 – 09:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Hoffnung auf eine Rettung der Grube Teutschenthal hat sich zerschlagen. Während die gesamte Belegschaft vor der Kündigung steht, ist die künftige Sicherung der unterirdischen Hohlräume noch ungeklärt.
Das Bergwerk Grube Teutschenthal im Saalekreis hat ihren Betrieb eingestellt. Das Amtsgericht Halle eröffnete am Montag das Insolvenzverfahren über die Betreibergesellschaft GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG. Ein Investor wurde trotz mehrerer Gespräche nicht gefunden, teilte Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit.
Damit endet der Geschäftsbetrieb, nicht aber die Arbeit zur Gefahrenabwehr. Die unterirdischen Hohlräume müssen weiter überwacht und gesichert werden, um Einstürze und einen erneuten Gebirgsschlag zu verhindern.
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90 Beschäftigte vor Kündigung
Die Belegschaft hatte den Betrieb während des vorläufigen Insolvenzverfahrens bis zum 31. Oktober aufrechterhalten. Seither werden auch keine Rückstände aus Müllverbrennungsanlagen und der Industrie mehr angenommen, mit denen die Hohlräume verfüllt wurden.
Für die rund 90 Beschäftigten sollen nun Kündigungen ausgesprochen werden. Noch im November will die Insolvenzverwaltung mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verhandeln. Die Gehälter während der Kündigungsfristen seien durch die Insolvenzmasse gesichert.
Sicherung bleibt Aufgabe des Landes
In Teutschenthal wurden von 1905 bis 1982 Kali- und Steinsalze abgebaut. Zurück blieben große Hohlräume in einer Tiefe von 600 bis 900 Metern. Nach Angaben des Landes kam es 1916, 1940 und 1996 zu schweren Gebirgsschlägen, die bis nach Halle zu spüren waren.

Wie riskant die Arbeit unter Tage sein kann, zeigte sich auch im November 2019: Bei einer Verpuffung in rund 700 Metern Tiefe wurden zwei Mitarbeiter verletzt; die übrigen Bergleute konnten gerettet werden.
Der Insolvenzverwalter hat die vier Schächte und die unterirdischen Hohlräume aus der Insolvenzmasse freigegeben. Sie bleiben Eigentum der GTS. Das Land kann jedoch mit einer sogenannten Ersatzvornahme eingreifen und notwendige Sicherungsarbeiten veranlassen. Das Landesamt für Geologie und Bergwesen soll dabei eine zentrale Rolle übernehmen.
Eine frühere Hochrechnung des Wirtschaftsministeriums bezifferte die möglichen Kosten für Sicherung und Stilllegung auf rund 130 Millionen Euro. Wie hoch die tatsächliche Belastung ausfallen wird und wie der Übergang auf die zuständigen Behörden organisiert werden soll, ist bislang offen.