Beschluss im Stadtrat droht
Müssen Frankfurter bald mehr für saubere Straßen zahlen?
Aktualisiert am 31.10.2026 – 06:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Frankfurt erhöht die Abfallgebühren um bis zu 30,6 Prozent, die erste Anpassung seit 2012. Noch muss die Stadtverordnetenversammlung zustimmen.
Frankfurter Haushalte könnten bald deutlich mehr für Müllabfuhr und Straßenreinigung zahlen. Der Magistrat beschloss am Freitag (30. Oktober 2026), entsprechende Satzungsänderungen und legte sie der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung vor.
Stimmen die Stadtverordneten zu, steigt die Leistungsgebühr für die Abfallsammlung um 30,6 Prozent. Die Straßenreinigungsgebühr erhöht sich um 20,68 Prozent, die monatliche Grundgebühr für die Abfallsammlung um einen Euro pro Nutzungseinheit. Für die Straßenreinigung wäre es die erste Anpassung seit 2010, für die Abfallgebühren seit 2012.
Kosten klettern seit Jahren in die Höhe
Hinter den Erhöhungen stecken jahrelang aufgelaufene Kosten. Lieferkettenprobleme nach der Corona-Pandemie und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine trieben die Betriebskosten stark in die Höhe. Großkehrmaschinen kosten heute 133 Prozent mehr als 2010, IT-Kosten stiegen um fast 90 Prozent, Mietkosten um rund 40 Prozent. Tarifabschlüsse verteuerten zusätzlich die Personalkosten; seit 2020 legte der Verbraucherpreisindex um 22,2 Prozent zu.
Klima- und Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez räumte ein, dass höhere Gebühren viele Frankfurterinnen und Frankfurter zusätzlich belasten. Saubere Straßen und eine zuverlässige Abfallentsorgung ließen sich aber auch unter schwieriger werdenden wirtschaftlichen Bedingungen nicht zum Nulltarif sichern.
Pro Woche werden 200.000 Mülltonnen entsorgt
Die Leistungen erbringt die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) im Auftrag des Umweltamts. Sie leert wöchentlich rund 200.000 Mülltonnen, reinigt jährlich etwa 31 Millionen Quadratmeter Fläche und holt Sperrmüll kostenlos ab.
Trotz der Erhöhung soll Frankfurt laut Stadtverwaltung zu den zehn günstigsten deutschen Großstädten mit siebentägigem Vollservice zählen. Im Müllgebührenranking 2026 des Verbands „Haus & Grund“ belegte die Stadt bislang Platz drei hinter Flensburg und Nürnberg. Dass andere Städte ihre Gebühren ebenfalls anheben werden, sei dabei noch nicht eingerechnet.
Die neuen Gebühren treten erst in Kraft, wenn die Stadtverordnetenversammlung den Satzungsänderungen zugestimmt hat.