Neues Gesetz ab heute
Ewige Gifte in Pommes-Tüten: Berliner Verbraucherschützer warnen
12.08.2026 – 12:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Fast-Food-Verpackungen enthalten Chemikalien, die sich im Körper anreichern und nie abgebaut werden. Das sagt die Verbraucherzentrale der Hauptstadt dazu.
Pommes-Tüten, Burger-Boxen und Einwegschalen aus Papier oder Zuckerrohr enthalten häufig gesundheitsschädliche Fluorchemikalien. Darauf weist die Verbraucherzentrale Berlin hin und informiert über ein neues Gesetz.
Hinter dem Kürzel PFAS verbergen sich laut den Berliner Verbraucherschützern mehr als 10.000 verschiedene Substanzen. Sie würden Papier und Pappe wasser- und fettabweisend machen, reichern sich im menschlichen Körper an und könnten nicht abgebaut werden. Selbst in der Antarktis seien sie nachweisbar. Tierversuche lieferten außerdem Hinweise darauf, dass PFAS krebserzeugend wirken, die Schilddrüse schädigen und die Wirksamkeit von Impfungen verringern könnten.
Eine europäische Untersuchung aus dem Jahr 2021 mache das Ausmaß deutlich: Von 42 geprüften Einwegverpackungen aus Fast-Food-Läden, Supermärkten und Online-Shops enthielten 32 absichtlich zugesetzte Fluorchemikalien. Besonders stark belastet waren den Angaben zufolge als „kompostierbar“ beworbenes Einweggeschirr aus Zuckerrohr.
So können Berliner sichergehen, keine Chemikalien aufzunehmen
Wer solche Produkte in den Biomüll oder auf den Kompost wirft, trägt die Schadstoffe direkt in Böden und Pflanzen, so die Berliner Verbraucherzentrale. Das Institut für Bedarfsgegenstände in Lüneburg prüfte 2024 rund 40 Verpackungsproben – die Hälfte enthielt demnach Fluorchemikalien, darunter bereits verbotene Substanzen.
Seit dem 12. August 2026 schreibe eine EU-Verpackungsverordnung nun so niedrige PFAS-Grenzwerte vor, dass eine absichtliche Behandlung von Lebensmittelverpackungen faktisch ausgeschlossen ist. Wie lange bereits produzierte, belastete Verpackungen noch im Handel bleiben, ist offen.
Wer sichergehen wolle, müsse beim Fast-Food-Kauf eine eigene Mehrwegdose aus Edelstahl mitnehmen. Seit Januar 2023 müssen größere Gastronomiebetriebe Mehrwegbehälter anbieten; kleinere Betriebe müssten zumindest mitgebrachte Dosen akzeptieren. Einen ersten Hinweis auf PFAS ergebe ein einfacher Test: Ein Tropfen Speiseöl perlt auf behandelten Oberflächen ab, so die Verbraucherschützer. Eine chemische Analyse ersetze das allerdings nicht.











