Große regionale Unterschiede
Armutsquote in Berlin steigt erneut deutlich
02.06.2026 – 10:53 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Zahl der Berliner, die in Armut leben, steigt. Die Quote liegt deutlich über dem Bundesschnitt, der selbst einen Negativrekord markiert.
Die Armutsquote in Berlin ist laut einem neuen Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes auf 18,7 Prozent gestiegen – fünf Prozentpunkte mehr als 2023 und 2,2 Prozentpunkte mehr als 2024. In Brandenburg verlief die Entwicklung nach Angaben des Verbandes anders: Dort lag die Quote 2025 bei 14,7 Prozent und blieb damit nahezu unverändert.
Die Berliner Quote liegt deutlich über dem bundesweiten Wert von 16,1 Prozent, die Brandenburger Quote darunter. „13,3 Millionen Menschen leben hierzulande in Armut – betrachtet man allein die relative Einkommensarmut“, teilte der Paritätische Wohlfahrtsverband mit Blick auf die bundesweiten Zahlen mit.
Armutsbericht: Unterschiede zwischen Bundesländern groß
Diese Zahlen hatte das Statistische Bundesamt im Februar bereits mitgeteilt. Offiziell gelten die Betroffenen dabei auf Basis einer EU-Definition als armutsgefährdet. Der Verband unterstreicht nun, dass es bundesweit einen „einen traurigen Rekord“ gegeben habe. In keinem der vorangegangenen Jahre seien so viele Menschen von Armut betroffen gewesen.
Menschen, denen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung stehen, gelten als armutsgefährdet, wie die Statistiker dies nennen, oder als arm, wie es der Wohlfahrtsverband formuliert. Bei Alleinlebenden lag diese Grenze zuletzt bei netto 1.446 Euro im Monat, für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3.036 Euro.
Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind groß. So gibt es dem Bericht zufolge in Bayern und Baden-Württemberg die niedrigsten Betroffenenquoten mit 12,6 beziehungsweise 13,2 Prozent. Die höchsten Anteile an Betroffenen gibt es demnach in Bremen (27,5 Prozent), Sachsen-Anhalt (21,3 Prozent), Hamburg (18,9 Prozent) und eben Berlin.











