Ausflugstipp ab Hannover

Dieser stille Ort macht grausame Geschichte sichtbar


Aktualisiert am 22.05.2026 – 19:15 UhrLesedauer: 3 Min.

Jüdisches Mahnmal auf dem Gelände der Gedenkstätte: Es erinnert an die Opfer von Bergen-Belsen. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/HGVorndran)

Ausflüge unternimmt man gerne für ein paar entspannte Stunden. Manche Orte sind jedoch bedrückend – aber dennoch einen Besuch wert. Bei Celle wird an grausame Vergangenheit erinnert.

Ausflugsorte, die für Hannoveraner schnell und einfach zu erreichen sind, gibt es in der Region viele. Wer von einem Ausflug aber mehr erwartet als schönes Wetter und Leichtigkeit, sollte sich auf den Weg in die Lüneburger Heide machen. Dort liegt ein Ort, der Besucher mit einem grausamen Kapitel der Geschichte konfrontiert und zum Nachdenken anregt.

Nördlich von Celle befindet sich die Gedenkstätte Bergen-Belsen – ein Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg. Zehntausende Kriegsgefangene verloren dort ihr Leben.

Lebensbedingungen der Häftlinge veränderten sich dramatisch

Zunächst richtete die Wehrmacht in Baracken am Rande des Truppenübungsplatzes Bergen ein Lager für belgische und französische Kriegsgefangene ein. Bis zum Herbst 1941 wurden mehr als 21.000 Gefangene aus der Sowjetunion eingeliefert, bis April 1942 starben 14.000 von ihnen an Hunger, Seuchen und Kälte.

Blick auf das Konzentrationslager Bergen-Belsen. (Quelle: IMAGO)

Im April 1943 übernahm die SS ein Teil des Geländes als „Austauschlager“ für jüdische Häftlinge, rund ein Jahr später wurde entschieden, das Lager auch für andere Zwecke und Häftlingsgruppen zu nutzen.

Diese Entscheidung habe den Charakter des Lagers und die Lebensbedingungen der Häftlinge dramatisch verändert, schreibt die Stiftung Bergen-Belsen. Als das KZ am 15. April 1945 befreit wurde, bot sich britischen Soldaten ein Bild des Grauens: Tausende unbestattete Leichen und Zehntausende todkranke Menschen fanden sie im Lager vor.

Anne und Margot Frank starben in Bergen-Belsen

Insgesamt verloren von den rund 120.000 KZ-Häftlingen in Bergen-Belsen mindestens 52.000 Frauen, Männer und Kinder ihr Leben. Sie starben im Lager oder nach der Befreiung an den Folgen ihrer Haft. Im Kriegsgefangenenlager starben zwischen 1940 und 1945 knapp 20.000 Menschen.

Unter den Opfern waren all jene „Feinde“, die aus der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft ausgeschlossen wurden: darunter Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle oder Zeugen Jehovas. Auch die damals 15 Jahre alte Anne Frank und ihre Schwester Margot verloren in Bergen-Belsen ihr Leben. Anne Frank starb 1945 offenbar an schwerem Gelbfieber – nur kurze Zeit vor der Befreiung des Konzentrationslagers.

Ein Gedenkstein erinnert an Anne und Margot Frank. (Quelle: Copyright: xrathertonx via imago)

1952 wurde die Gedenkstätte Bergen-Belsen eingeweiht und an das Land Niedersachsen übergeben.

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