Hitze und Dürre setzen vielen Bauern in Deutschland zu. Landwirt Arnold Bedenk berichtet im t-online-Interview, was der extreme Sommer mit seinem Hof macht und warum er mit Sorge auf die kommenden Jahre blickt.

Die diesjährige Getreideernte fällt in Deutschland schlechter aus als im Vorjahr. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbands werden voraussichtlich 41,9 Millionen Tonnen eingefahren – sieben Prozent weniger als 2025. Besonders hart hat es nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands Teile Süd- und Westdeutschlands getroffen, vorwiegend Franken, Niederbayern und die Oberpfalz, aber auch Schwaben und Oberbayern.

Der Landwirt Arnold Bedenk spürt die Folgen auf seinem Hof in Unterfranken, das als eine der am stärksten betroffenen Regionen gilt, massiv. Der Bauer bewirtschaftet rund 100 Hektar Ackerfläche und hält Rinder. Mit t-online spricht er über klimatische Gegebenheiten, die vieles verändert haben – auf seinen Feldern und bei den Tieren ebenso wie bei der Planung für die Zukunft.

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t-online: Herr Bedenk, wenn Sie aus Ihrem Fenster schauen: Wie sieht es bei Ihnen draußen aus?

Arnold Bedenk: Direkt neben meinem Büro liegen Wiesen, die komplett braun sind. Sie sehen aus wie weggebrannt. Wenn man momentan hinausschaut, sieht es aus wie in einer Steppe.

Zur Person

Landwirtschaftsmeister Arnold Bedenk (geboren 1967) betreibt einen Hof in Unterfranken, an der Grenze zwischen den Landkreisen Schweinfurt und Kitzingen. Er bewirtschaftet auf konventionelle Weise rund 100 Hektar Ackerfläche, baut unter anderem Getreide, Mais und Zuckerrüben an. Zudem hält er Rinder und produziert Gourmetfleisch.

Wie sehr hat die Trockenheit Ihre Ernte getroffen?

Ende Juni hatten wir hier im Weinbaugebiet am Main extreme Hitze mit knapp 40 Grad. Genau in dieser Zeit fand beim Getreide die Kornfüllungsphase statt. Beim Weizen und beim Dinkel entstanden sogenannte Schmacht- oder Kümmerkörner.

Die waren teilweise nicht einmal halb so groß wie normale Körner. Dadurch hatten wir 40 bis 50 Prozent weniger Ertrag.

Gut die Hälfte weniger bei Weizen und Dinkel: Woran haben Sie während des Sommers noch gemerkt, dass dieses Jahr aus dem Rahmen fällt?

Normalerweise wäre die Getreideernte erst jetzt, im August, fast beendet. In diesem Jahr waren wir schon ungefähr sechs Wochen früher fertig. Die Pflanzen wachsen bei Hitze und Trockenheit zunächst weiter, stellen das Wachstum aber irgendwann ein und gehen in die Notreife. So früh waren wir mit der Ernte noch nie fertig. Auch der Mais ist komplett vertrocknet und musste deshalb früher geerntet werden.

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