Anschlag auf CSD
Ballouts Vater lebt wohl mit Mann zusammen – Hinweis auf Motiv?
Aktualisiert am 29.07.2026 – 15:54 UhrLesedauer: 3 Min.
Eine Recherche zeichnet ein trauriges Bild vom Leben des mutmaßlichen CSD-Attentäters Ballout. Spielte die angebliche Homosexualität seines Vaters eine Rolle?
Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) am Samstag in Berlin werden neue Details zum Werdegang des mutmaßlichen Attentäters Abdul Ballout bekannt. Einer Recherche der „Berliner Morgenpost“ zufolge wurde der gebürtige Berliner schon als Sechsjähriger aktenkundig, weil er aggressives Verhalten in der Grundschule zeigte. Ballout wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz in der Hauptstadt erschossen.
Der Bericht zeichnet ein trauriges Bild vom Leben Ballouts, dessen Eltern aus dem Libanon stammen. Demnach wurde er wegen seines aggressiven Verhaltens schon als Grundschüler immer wieder vom Unterricht suspendiert. Das Jugendamt wurde eingeschaltet, und die Schulkonferenz befasste sich mehrfach mit dem kleinen Abdul, heißt es. Doch die nötige Unterstützung bekam der Junge offenbar nicht, wohl auch, weil seine Eltern die Zusammenarbeit verweigerten.

So wechselte Ballout zunächst zweimal die Grundschule, anschließend kam er auf eine Förderschule. Dort lag der Schwerpunkt zunächst auf „Lernen“, dann kam „Emotional-Soziale-Entwicklung“ hinzu. Laut „Morgenpost“ hatte Ballout damit Anspruch auf eine sonderpädagogische Förderung. Stattdessen wurde er den Akten zufolge zum Schulverweigerer, auf seinen Zeugnissen habe es fast nur noch Sechsen gegeben. Die Versuche, ihn in Schulersatzprogrammen unterzubringen, scheiterten ebenso wie der Versuch, ihn zur Diagnostik in die Psychiatrie zu bringen. Seine Eltern verweigerten dem Bericht zufolge ihre Zustimmung.
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Ballouts Vater soll schwul sein – Hinweis auf Motiv?
Auch die familiäre Situation Ballouts war demnach schwierig. Seine Eltern lebten getrennt, Abdul wuchs bei seiner Mutter und seinen Schwestern in einem streng religiösen Umfeld auf. Der Vater soll schwul sein und mit seinem Partner zusammenleben, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Berliner Sicherheitskreise. Der Widerspruch zwischen dem strengen Glauben im Haushalt seiner Mutter und der sexuellen Identität seines Vaters könnte darauf hindeuten, dass Ballout den Christopher Street Day auch aus persönlichen Erfahrungen als Anschlagsziel wählte, heißt es.
Erfahrungen aus Programmen zur Deradikalisierung würden zeigen, dass jungen Islamisten häufig eine Vaterfigur fehle, schreibt die „Morgenpost“. Auch Ballout soll deshalb Zuflucht in radikalen Moscheen in Berlin-Neukölln gesucht haben. Die Förderschule verließ er nach zehn Jahren ohne Abschluss und Perspektive und startete zeitgleich seine kriminelle Karriere. Wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung verhängte ein Jugendschöffengericht 2022 eine „jugendrichterliche Weisung“, weil Ballout einen Jungen zusammengeschlagen und einem anderen die Kopfhörer geraubt hatte.











