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Home » Bärbel Bas über Hass im Netz – warum sie nicht aufgibt
Politik

Bärbel Bas über Hass im Netz – warum sie nicht aufgibt

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 2, 2026
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Bärbel Bas über Hass im Netz – warum sie nicht aufgibt

SPD-Chefin

Bärbel Bas: „Bin ein personifiziertes Feindbild geworden“

Aktualisiert am 02.06.2026 – 11:02 UhrLesedauer: 2 Min.

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Bärbel Bas (Archivbild): Die Bundesarbeitsministerin schildert, wie sie mit Anfeindungen umgeht. (Quelle: Jens Büttner/dpa/dpa-bilder)

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Purer Hass statt Kritik: In einem Interview erzählt SPD-Chefin Bas von massiven Anfeindungen. Sie verrät auch, warum sie trotzdem nicht aufgibt – und welche Schwäche sie mit Kanzler Merz verbindet.

Auch der resoluten SPD-Chefin Bärbel Bas fällt es nicht immer leicht, Hasstiraden und Beleidigungen auszuhalten. „Das ist schon sehr persönlich, ja“, sagte die Bundessozialministerin beim „Ständehaus-Treff“ der „Rheinischen Post“ (RP) in Düsseldorf. „Ich bin so ein personifiziertes Feindbild geworden.“ Es bleibe „nicht so einfach in den Klamotten hängen, was man so lesen muss“.

Gerade rechte Netzwerke versuchten, starke, selbstbewusste Frauen mit Hass und persönlichen Angriffen kleinzukriegen, kritisierte Bas. Besonders schlimm sei, wenn das bei Kindern ankommt, deren Eltern sich politisch engagierten. „Und jetzt bin ich schon fast froh, keine eigenen Kinder zu haben.“

„Es geht darum, die Person fertigzumachen“

Viele Anzeigen stelle sie nicht, erzählte Bas. „Aber es ist nicht einfach, das auszuhalten.“ Es gehe dabei nicht um sachliche Kritik, sondern um puren Hass, „auch um Vergewaltigungsfantasien – was man sich nicht alles anhören muss“, schilderte die 58-jährige Politikerin. „Also um die Sache immer gerne Streit, Auseinandersetzung, aber da geht es darum, die Person kleinzumachen, die Person fertigzumachen, dass sie irgendwann aufgibt.“

Dazu habe sie allerdings keine Veranlagung, sagte die Duisburgerin. Wenn sie sehr gestresst sei und viel um die Ohren habe, käme ihr aber auch schon mal der Gedanke, sie könne es sich „mal irgendwie einfacher machen“, räumte Bas ein. Doch letztlich denke sie: „Nein, den Gefallen tue ich denen nicht.“ Sie gebe aber zu: „Je härter und stärker das wird, umso mehr denkt man darüber nach, wie lange hält man das aus?“

Politiker sind keine Superhelden

Natürlich machten Politiker nicht immer alles richtig. „Gar keine Frage, wir sind auch keine Superhelden“, sagte Bas. Es sei aber wichtig, Verantwortung zu übernehmen und aufzupassen, dass das Gemeinwesen nicht durch Hass und Anfeindungen kaputtgehe. „Demokratinnen und Demokraten, wir dürfen uns nicht zurückziehen und den Populisten das Feld überlassen“, appellierte Bas unter Applaus an ihre Zuhörer.

Auf den Vorhalt von RP-Chefredakteur Moritz Döbler, auch sie würde – ähnlich wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) – „regelmäßig missverständliche Sätze raushauen“, räumte Bas ein: „Ja, wir telefonieren darüber auch sehr oft. Und deswegen arbeiten wir wahrscheinlich ja auch ganz gut zusammen.“ Das sei wirklich so. „Wir reden viel auch über das, wer was so über wen gesagt hat.“

Merz habe ihr nach einer gemeinsamen Dienstreise im Regierungsflieger im vergangenen Sommer das Du angeboten, erzählte Bas. Eine Woche später hatte sie dann seine Äußerung, der Sozialstaat sei in seiner heutigen Form nicht mehr finanzierbar, als „Bullshit“ bezeichnet. Als Merz sich daraufhin bei ihr gemeldet habe, habe sie gleich gefragt, ob er das „Du“ nun wieder zurückziehen wolle. „Nein, nein, aber wir sollten mal drüber reden“, habe der Kanzler geantwortet. „Das kann ja so nicht weitergehen.“ Stattdessen habe es dann „einen Versöhnungssalat mit zwei Bier“ gegeben.

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