Warnung vor „Mythos“

Europas Banken bekommen Zugriff auf umstrittene KI

21.04.2026 – 18:07 UhrLesedauer: 1 Min.

Bankenviertel in Frankfurt am Main: Die KI „Mythos“ des US-Startups Anthropic soll Europas Banken auf KI-Angriffe vorbereiten. (Quelle: Boris Roessler/dpa)

Was passiert, wenn eine KI nicht nur Schwachstellen entdeckt, sondern sie auch ausnutzen kann? Genau davor warnen jetzt führende Experten.

Das US-Startup Anthropic will europäischen Banken Insidern zufolge demnächst Zugang zu seiner neuen KI „Mythos“ gewähren. Damit sollen sie Gelegenheit bekommen, ihre Computersysteme auf mögliche Schwachstellen zu testen und eventuelle Sicherheitslücken zu schließen. Über den genauen Zeitrahmen machten die Insider unterschiedliche Angaben, die von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen reichten.

Die Weiterentwicklung des Sprachmodells „Claude“ zeichnet sich durch verbesserte Fähigkeiten beim Aufspüren und Ausnutzen von Schwachstellen in Computerprogrammen aus. Anthropic verzichtet daher vorerst auf die Veröffentlichung von „Mythos“. Einige US-Banken konnten die KI im Rahmen des „Project Glasswing“ bereits einsetzen, um ihre IT-Systeme auf Herz und Nieren zu prüfen.

Experten befürchten eine Flut von Hackerangriffen mithilfe von „Mythos“. So warnte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel vor den Risiken der Software. „Wir müssen den Missbrauch dieser Technologie verhindern.“

Die Bankenbranche gilt mit ihrer zum Teil veralteten IT-Infrastruktur als besonders anfällig für Angriffe durch KI. Regierungsvertreter der USA, Kanadas und Großbritanniens haben sich bereits mit führenden Bankern getroffen, um die von „Mythos“ ausgehenden Bedrohungen zu erörtern.

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