Psychiatrische Begutachtung läuft

Terrorpläne in Hamburg: 17-Jähriger lebt legal in Deutschland

Aktualisiert am 13.05.2026 – 10:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Die JVA Hahnöfersand (Archivbild): Der 17-Jährige soll auf der Elbinsel in U-Haft sitzen. (Quelle: IMAGO / BREUEL-BILD)

Ein 17-jähriger Syrer wurde in Hamburg festgenommen, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Terrorvorbereitung und -finanzierung. Der mutmaßliche Täter soll legal in Deutschland leben.

Nach der Festnahme eines 17-jährigen Syrers wegen eines mutmaßlich geplanten Terroranschlags in Hamburg gehen die Ermittler aktuell von einem Einzeltäter aus. „Es gibt bislang keine Anhaltspunkte für Mittäter oder Hintermänner“, erklärte eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft.

Spezialkräfte der Polizei hatten den Jugendlichen bereits am Donnerstag vergangener Woche festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sitzt er inzwischen in der Justizvollzugsanstalt Hahnöfersand in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Straftat sowie der Terrorismusfinanzierung ermittelt.

Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet, kam der mutmaßliche Täter laut Hamburger Innenbehörde im April 2022 im Rahmen einer Familienzusammenführung gemeinsam mit seiner Mutter nach Hamburg. Er halte sich legal in Deutschland auf.

Die Sprecherin der Innenbehörde sagte dem NDR außerdem, dass der Terrorverdächtige bis zu seiner Festnahme am vergangenen Donnerstag zusammen mit seinen Eltern in einer gemeinsamen Wohnung in Hamburg.

Mehrere mögliche Anschlagsziele geprüft

Nach bisherigen Erkenntnissen soll die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den 17-Jährigen inspiriert haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass er geplant haben soll, eine unbestimmte Zahl von „Ungläubigen“ zu töten. Demnach prüfte der Jugendliche offenbar mehrere mögliche Angriffsszenarien.

  • Terrorverdacht in Hamburg: 17-Jähriger plante offenbar Anschlag – vom IS inspiriert

„So soll er geplant haben, entweder in einem Einkaufszentrum oder einer Polizeiwache oder einer Bar einen Anschlag zu verüben, und zwar auch mit verschiedenen Alternativen, entweder per Sprengstoff oder auch mit einem Molotowcocktail oder mit dem Messer“, hatte die Generalstaatsanwaltschaft zu Wochenbeginn mitgeteilt.

17-Jähriger soll IS-Symbole verbreitet haben

Nach bisherigen Ermittlungen soll sich der Jugendliche bereits Dünger, Grillanzünder, eine Sturmhaube und ein Messer beschafft haben.

Zudem läuft eine psychiatrische Begutachtung des Beschuldigten. Sie ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen. Die Untersuchung steht im Zusammenhang mit einem weiteren Verfahren wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Vereinsgesetz und andere Delikte. Der 17-Jährige soll in sozialen Netzwerken Symbole des IS veröffentlicht haben.

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