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Home » Anschlag auf CSD „ein Signal des Himmels“
Politik

Anschlag auf CSD „ein Signal des Himmels“

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 1, 2026
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Anschlag auf CSD „ein Signal des Himmels“

Wirbel um Leserbrief – Bistum reagiert

Ex-Pfarrer: Anschlag auf CSD „ein Signal des Himmels“

01.08.2026 – 23:06 UhrLesedauer: 2 Min.

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Blumen und Kerzen am Ort des Anschlags auf den CSD in Berlin: In Fulda sorgt ein Pfarrer für Wirbel mit einer Aussage über die Tat. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/James Zabel/imago)

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Im hessischen Fulda sorgt ein Geistlicher für Wirbel: Er nannte den CSD eine „Parade der Schamlosigkeit“ und nahm auch zum Anschlag Stellung.

Ein ehemaliger Pfarrer aus dem Bistum Fulda hat den tödlichen Anschlag auf den CSD in Berlin vergangene Woche als ein „Signal des Himmels“ genannt. Die Kirchenleitung hat sich von den homophoben Äußerungen des Geistlichen im Ruhestand distanziert. „Sie geben weder die Position des Bistums noch die Haltung seiner Verantwortlichen wieder“, hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Stellungnahme.

Der Ex-Pfarrer hatte in einem Leserbrief der „Fuldaer Zeitung“ zum tödlichen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin geschrieben, alle, die sich noch Christen nennen würden, sollten „derartige Gräueltaten als ein Signal des Himmels verstehen, als einen Aufruf zur Besinnung und zur Umkehr“.

  • Terror in Berlin: Attentäter war Salafist
  • Ballouts Vater lebt wohl mit Mann zusammen: Hinweis auf Motiv?

Er spricht mit Blick auf den CSD von einer „Parade der Schamlosigkeit“ und einer „zur Schau gestellten Verherrlichung der Perversion“. Zugleich erklärte er aber auch, man müsse differenzieren. „Die Ablehnung des Christentums rechtfertigt in keiner Weise das brutale und menschenverachtende Vorgehen der islamischen Terroristen, deren Morde und Gruppenvergewaltigungen Ausdruck ihres Hasses sind.“ Solchen Terroristen müsse das Handwerk gelegt werden.

Bistum: Weisen jede Deutung entschieden zurück

Das Bistum erklärte dazu: „Insbesondere jede Deutung eines terroristischen Anschlags als Ausdruck eines göttlichen Handelns weisen wir entschieden zurück.“ Angesichts der Tat gelte die Anteilnahme den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen, die durch das Verbrechen erschüttert worden seien.

AfD und CDU fordern Präventivhaft für GefährderVergrößern des Bildes
Bei seinem Anschlag im Berliner Tiergarten verwendete der Islamist Abdul Ballout einen gemieteten Van (Archivbild) (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-bilder)

In Berlin hatte der islamistische Attentäter Abdul Ballout am Samstag vergangener Woche mit einem Auto mehrere Menschen angefahren und weitere vermutlich mit einer Machete attackiert. Eine Frau aus Polen starb, 31 Menschen wurden verletzt. Der 21-Jährige war am Sonntag bei einem Polizeieinsatz zu einer Festnahme erschossen worden.

Das Bistum betonte in seiner Stellungnahme: „Als Kirche glauben wir, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist und eine unveräußerliche Würde besitzt. Daraus erwächst der Auftrag, allen Menschen mit Achtung, Respekt und Nächstenliebe zu begegnen – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität.“ Der Christopher Street Day stehe für das Anliegen, auf die Würde aller Menschen aufmerksam zu machen und sich gegen Ausgrenzung und Gewalt einzusetzen. Das Bistum unterstütze das friedliche Engagement für eine offene, respektvolle und freiheitliche Gesellschaft.

Chefredakteur: „Es gibt Leserbriefe, bei denen die Worte fehlen.“

Auch der Chefredakteur der „Fuldaer Zeitung“, Tobias Farnung, distanzierte sich deutlich. „Es gibt Leserbriefe, über die man streiten kann. Und es gibt Leserbriefe, bei denen die Worte fehlen“, schrieb er in der Samstagsausgabe in einem Kommentar. Jeder dürfe den CSD ablehnen, und niemand müsse die Veranstaltung gut finden. Aber der Leserbrief sei weit darüber hinaus gegangen. „Wer einen Terroranschlag auf eine Veranstaltung, bei der Menschen angegriffen, verletzt und sogar getötet werden, als „Signal des Himmels“ und als „Aufruf zur Besinnung und Umkehr“ bezeichnet, überschreitet eine Grenze.“ Denn damit werde aus der Verurteilung einer Veranstaltung die religiöse Deutung eines Gewaltverbrechens als göttliche Botschaft. Den Opfern werde damit nachträglich ihre Würde genommen.

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