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Home » Angeklagter steht ab Oktober in Hamburg vor Gericht
Deutschland

Angeklagter steht ab Oktober in Hamburg vor Gericht

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 3, 2026
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Vier Jahre nach Sprengungen

Erstmals steht ein Angeklagter wegen Nord Stream vor Gericht

03.09.2026 – 16:08 UhrLesedauer: 2 Min.

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Hanseatisches Oberlandesgericht (OLG) in Hamburg: Hier findet die Anklage wegen der Nord-Stream-Anschläge statt. (Quelle: Rüdiger Wölk/imago-images-bilder)

Ab Oktober verhandelt das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg den Fall von Serhij K. Bislang war niemand für die Anschläge zur Rechenschaft gezogen worden.

Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg hat die Anklage gegen den ukrainischen Staatsangehörigen Serhij K. wegen der Nord-Stream-Anschläge zur Hauptverhandlung zugelassen.

Der Prozess soll am 14. Oktober beginnen – knapp vier Jahre, nachdem Sprengungen in der Ostsee beide Gaspipelines außer Betrieb gesetzt hatten, ohne dass bislang jemand dafür strafrechtlich zur Verantwortung gezogen worden wäre.

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Der Staatsschutzsenat sieht Serhij K. nach vorläufiger Tatbewertung als Mittäter hinreichend verdächtig. Eine Gerichtssprecherin nannte als Vorwürfe unter anderem „das Kriegsverbrechen des Einsatzes verbotener Methoden der Kriegsführung durch Angriff gegen zivile Objekte“, außerdem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, die Zerstörung von Bauwerken sowie die Störung öffentlicher Betriebe. Es handele sich um eine vorläufige Einschätzung, betonte das Gericht.

Bis Dezember sind 16 Verhandlungstage angesetzt

Insgesamt sind 16 Verhandlungstage bis zum 17. Dezember angesetzt, weitere Termine sollen im Januar und Februar 2027 folgen.

Serhij K. war Ende August 2025 auf Grundlage eines Europäischen Haftbefehls an der italienischen Adriaküste festgenommen worden. Über Monate wehrte er sich gegen seine Auslieferung. Am 27. November wurde er nach Deutschland überstellt; einen Tag später setzte ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe den Haftbefehl in Vollzug. Serhij K. sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Anfang Juli erhob die Bundesanwaltschaft Anklage.

Gruppe soll Sprengsätze mit Zeitzündern an Pipelines befestigt haben

Wie die Operation nach Einschätzung der Ermittler ablief, ist im Beschluss des Bundesgerichtshofs festgehalten. Demnach soll sich Serhij K. spätestens am 8. September 2022 mit sechs Mittätern im Hafen von Wiek auf Rügen auf die Segelyacht Andromeda begeben haben, die ein Mittelsmann für mehrere Wochen gechartert hatte.

Nord-Stream-2-GasleckVergrößern des Bildes
Ostsee (Archivbild): Die Sprengsätze explodierten nach Angaben der Bundesanwaltschaft am 26. September 2022 in 80 Metern Tiefe. (Quelle: -/Danish Defence Command/dpa/dpa-bilder)

Nahe der dänischen Ostseeinsel Bornholm soll die Gruppe bei Tauchgängen in bis zu 80 Metern Tiefe vier Sprengsätze mit Zeitzündern an den Pipelines befestigt haben – nach Angaben der Ermittler militärische Hochleistungssprengstoffe. Die Sprengsätze detonierten den Ermittlern zufolge am 26. September 2022. Serhij K. soll zum Tatzeitpunkt Offizier einer Spezialeinheit der ukrainischen Streitkräfte gewesen sein.

Nord Stream 2 war zum Zeitpunkt der Anschläge nicht in Betrieb

Durch Nord Stream 1 war zuvor russisches Erdgas nach Deutschland geflossen; Nord Stream 2 war zum Zeitpunkt der Anschläge noch nicht in Betrieb. In den Monaten vor den Sprengungen hatte Russland die Durchleitung durch Nord Stream 1 nach Beginn seines Angriffskrieges gegen die Ukraine bereits mehrfach stark gedrosselt oder ganz gestoppt.

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