Gefährlich wie ein Herzinfarkt
Wie sich das Broken-Heart-Syndrom äußert
Aktualisiert am 05.11.2025 – 14:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Trennungen und Todesfälle, aber auch große Freude können das Herz so stark belasten, dass es im wahrsten Sinne des Wortes bricht. Mediziner sprechen vom Broken-Heart-Syndrom.
Zunächst deutet alles auf einen Herzinfarkt hin: Menschen mit dem Broken-Heart-Syndrom – auch Takotsubo-Syndrom genannt – haben typische Symptome wie Engegefühl und Schmerzen in der Brust oder Atemnot. Selbst das Blutbild zeigt ein erhöhtes Aufkommen von bestimmten Enzymen – ein klassischer Hinweis auf einen Infarkt.
Bei der genaueren Betrachtung des Muskels, etwa mithilfe eines Herzkatheters, zeigt sich dann aber, dass keine relevanten Verstopfungen der Herzkranzgefäße vorliegen, wie es beim Infarkt der Fall ist. Auch Herzmuskelschäden finden beim Broken-Heart-Syndrom nicht statt. Schätzungen zufolge handelt es sich bei etwa zwei Prozent der Herzinfarkt-Diagnose um ein Broken-Heart-Syndrom.
Es wird angenommen, dass das Takotsubo-Syndrom durch ein Übermaß an Stresshormonen im Körper ausgelöst wird. Mediziner sprechen deshalb bei dem Syndrom auch von einer Stress-Kardiomyopathie. Infolge der Stresshormone verkrampfen die Muskeln im Herzen. Die Hauptpumpkammer vergrößert sich und das Organ kann nicht mehr richtig pumpen.
Noch sind die Ursachen des Broken-Heart-Syndroms nicht eindeutig geklärt. Inzwischen sind sich Forscher jedoch einig, dass es auch genetische Gründe dafür gibt, ob jemand ein erhöhtes Risiko trägt. So erleiden bestimmte Menschen einen solchen Vorfall eher, weil ihre Herzzellen empfindlicher auf Stresshormone reagieren.
Zudem kommt es häufiger zu der Pumpstörung, wenn sie bereits in der Familie aufgetreten ist. So gibt es weltweit Fälle, in denen gleich mehrere Familienmitglieder, meist Geschwister oder Zwillingsgeschwister, ein Broken-Heart-Syndrom erlitten hatten. Bei fünf bis zehn Prozent der Patienten treten solche Anfälle zudem wiederholt auf, was ebenfalls auf eine genetische Mitbeteiligung schließen lässt.
Auffällig ist, dass die Erkrankung in etwa 90 Prozent der Fälle bei Frauen jenseits der Menopause auftritt. In diesem Lebensabschnitt kommt es etwa häufiger zum Verlust des Partners, was ein Auslöser für das Broken-Heart-Syndrom sein kann.
Tritt das Broken-Heart-Syndrom auf, müssen die Betroffenen sofort intensivmedizinisch überwacht werden, denn die Funktionsstörung im Herzen kann einen sogenannten kardiogenen Schock auslösen. Das Herz pumpt in diesem Fall so wenig Blut durch den Körper, dass der Organismus nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Das kann tödlich enden.











